AdventEcho-Online-Extra
Aktuelle Informationen aus der christlichen Welt – als Ergänzung zur Printausgabe

Die zitierten Meldungen geben die Sichtweise des jeweiligen Verfassers bzw. der Nachrichtenagentur wieder
und entsprechen nicht zwangsläufig der Ansicht der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten.

 

 

Ca. 8.000 Adventisten besuchten den Kongress der Freikirche im Süddeutschen Raum (SDV). (Foto: edp) - Foto groß.

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„Jesus ohne Ende“ und der Islam
Kongress der süddeutschen Adventisten in Karlsruhe

Zehn Jahre sind seit der letzten Konferenz des Süddeutschen Verbands (SDV) der Siebenten-Tags-Adventisten vergangen. Damals stand die Satellitenevangelisation NET 98 bevor, und der seinerzeit dafür vorgesehene Sprecher Dwight Nelson war auch der Hauptverkündiger bei der Verbandskonferenz 1997 in Stuttgart. Manches hat sich verändert in unserer Gemeinschaft, die nun Freikirche heißt, doch bei der Auswahl des Verkündigers entschied man sich erneut für Dwight Nelson, den Pastor der Gemeinde der Andrews-Universität (Michigan, USA).

Der erste spontane Applaus des Tages in der dm-Arena auf dem Karlsruher Messegelände brandete auf, als Klaus van Treeck, Vorsteher des Norddeutschen Verbands "Grüße von 20.600 Adventisten aus Norddeutschland" überbrachte. Im Laufe des Tages fand vieles den Beifall der (einschließlich Kinder) ca. 8.000 Konferenzbesucher: die Sprechmotette der Friedensauer Studenten zum Wochenthema des Studienhefts zur Bibel, die Musik, die stilistisch von Klassik bis zu jazzigen Tönen reichte, die erzählten Erfahrungen über evangelistische Einsätze im Ausland, der Bericht von Michael Walter über die Schulgründungen in Baden-Württemberg (s. ADVENTECHO 5/2006, S. 34), die Ausführungen des neu gewählten Jugendabteilungsleiters Jochen Streit zur Valuegenesis-Umfrage (s. ADVENTECHO 10/2007, S. 35), die Absicht des neuen Heimatmissionsleiters Bojan Godina, die Menschen von heute besser verstehen zu wollen (s. ADVENTECHO 10/2007 S. 43) und nicht zuletzt die Vorstellung des teilweise neu gewählten Führungsteams des SDV und des Verbandsausschusses (s. ADVENTECHO 7-8/2007, S 11).

Gott will jeden retten
In seinen Ansprachen überraschte Dwight Nelson die Zuhörer mit etlichen originellen Interpretationen des Konferenzmottos "Jesus ohne Ende" und des gewählten Leittextes "Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende" (Mt 28,20b). Am Vormittag sollte die Aussage Jesu, "Ich bin bei euch alle Tage" im Mittelpunkt der Verkündigung stehen und Dwight Nelson interpretierte diesen Satz unter Rückgriff auf den Stammbaum Jesu in Matthäus 1. Darin, so Dwight Nelson, befänden sich überraschende Unregelmäßigkeiten, die jedoch kein Zufall seien. So werde dort mit Tamar eine zweifelhafte Frau, mit Rahab eine Prostituierte, mit Ruth eine verachtete Moabiterin, mit Bathseba eine Frau, die David in Folge eines Verbrechens heiratete und mit Maria eine fromme Frau genannt - ungewöhnlich für hebräische Stammbäume, in denen üblicherweise nur fromme Männer vorkommen.

"Warum werden diese Leute im Stammbaum Jesu erwähnt? Weil es genügend Gnade für diese Menschen gibt", so Dwight Nelson und fügte hinzu: "Gottes Gnade ist so groß, dass für jeden Menschen Rettung möglich ist." Am Anfang des Matthäusevangeliums stehe ein Baum (der Stammbaum Jesu) und das Ende markiere erneut ein Baum (das Kreuz). Am Beispiel des alttestamentlichen Königs Manasse zeigte er, dass Gottes Gnade selbst die schlimmsten Sünder einschließt. So gebe es in Bezug auf den Himmel drei Überraschungen: "1. Es werden Menschen dort sein, die man niemals dort vermutet hätte; 2. Es werden Menschen fehlen, die man sicher dort wähnte; 3. Du wirst dort sein", ermutigte Dwight Nelson seine Zuhörer.

Nebenbei ließ er unter der Heiterkeit seiner Zuhörer noch eine (nicht ganz ernst gemeinte) Interpretation der Dreifachen Engelsbotschaft einfließen, als er im Hinblick auf den rasanten Fahrstil deutscher Pastoren erklärte, dass sie tatsächlich drei Engel um sich herum bräuchten: "Einen vorne, um die Straße freizuräumen, einen neben sich, um beschützt zu werden und einen hinten, der sich für die Fahrweise bei den anderen Autofahrern entschuldigt."

Beim anschließenden Aufruf zur Entscheidung für Christus, dem zahlreiche Besucher folgten, mahnte er: "Wenn Gottes Gnade groß genug ist für alle, dann sollt ihr auch jeden, der zu euch kommt, in eure Gemeindefamilie aufnehmen."

Herausforderung Islam
In seiner Ansprache am Nachmittag ging Dwight Nelson nur am Rande auf das vorgesehene Thema "Ich bin bei euch … bis an der Welt Ende" ein und beschäftigte sich stattdessen mit dem Thema "Islam". Dabei begab er sich auf eine biblische Spurensuche, denn "schließlich muss eine Religion, die mittlerweile 1,4 Milliarden Anhänger hat, in der Bibel erwähnt werden", so Dwight Nelson. Er wurde fündig bei Offenbarung 18,1 (der "andere Engel"), wo eine weltweite Erleuchtung beschrieben wird, und sah darin eine Erweckung unter Beteiligung des Islams. Dwight Nelson zeigte sich davon überzeugt, dass Gott bei der Entstehung des Islams seine Finger im Spiel hatte. Die Muslime als Nachkommen Ismaels seien durch Gott ebenfalls gesegnet. In 1. Mose 16,11 wählte Gott zum ersten Mal überhaupt einen Namen für einen Menschen aus [Ismael]. In Vers 7 erblicke Hagar als erster Mensch überhaupt den "Engel des Herrn", was ein Ausdruck für Gott sei, so Dwight Nelson, und er wertete dies als Beleg dafür, dass Ismael und seine Nachkommen unter einem besonderen Segen Gottes stünden. Er schloss sich der Meinung einiger Historiker an, die den Islam als Retter der Reformation ansehen, weil islamische Heere 1529 vor den Toren Wiens standen und die kaiserlichen Streitmacht damit beschäftigt war, diese Feinde zurückzuschlagen, so dass der Reformation in Deutschland keine militärische Gefahr durch kaiserlich-katholische Truppen drohte. "Ist der Islam vielleicht auch heute eine Ablenkung, damit die Gemeinde ein Zeitfenster bekommt, um ihren Auftrag zu erfüllen?", fragte er anschließend.

Dwight Nelson wandte sich dagegen, die radikale Minderheit islamistischer Terroristen mit einer ganzen Weltreligion gleichzusetzen. Auch im Christentum gebe es radikale Gruppen. Dennoch würden sich Christen mit Recht dagegen wehren, wenn deshalb jemand ihre Religion als gewalttätig bezeichne. Er rief dazu auf, den Muslimen Christus zu bezeugen: "Wir müssen nicht zu ihnen fahren, sie sind schon hier", so Dwight Nelson.

Adventisten als Brückenbauer
"Siebenten-Tags-Adventisten feiern den Sabbat als Ruhetag, sie essen kein Schweinefleisch, trinken keinen Alkohol und helfen den Armen." Sie könnten deshalb eine Brückenfunktion zwischen den drei monotheistischen Religionen einnehmen. Es gebe angesehene muslimische Theologen, die der Ansicht seien, dass die Adventisten mit ihrem Glauben als Christen dem Islam am nächsten stünden. "Deshalb sollten sich die Mitglieder unserer Kirche nicht in eine Reihe mit denen stellen, die dem Islam feindlich gesinnt sind." Es gelte stattdessen, Brücken zu bauen und den Muslimen, "die als Abrahams Nachkommen Gottes Kinder sind", freundlich zu begegnen. Auch der Koran spreche von Jesus. Deshalb sollten Adventisten Muslimen verständlich machen, warum Christus auf diese Erde kam. "Gott hat seine Treuen auch im Islam", schloss Dwight Nelson.

Nach dieser ungewöhnlich herausfordernden Botschaft, die mit Applaus bedacht wurde, rief Verbandsvorsteher Günther Machel in seinem Schlusswort die Gemeinde zur Einheit auf und entließ die Versammlung mit dem Segen Gottes. Doch viele blieben noch lange, um sich zu unterhalten, Freunde zu treffen oder sich an den zahlreichen Ausstellungsständen zu informieren. Auch das zeigt: Verbandskonferenzen mögen viel Geld kosten, aber sie werden gut angenommen und stärken den Zusammenhalt innerhalb unserer Freikirche. Keine schlechte Rendite!

Thomas Lobitz


Volker Kauder: Der christliche und der islamische Gott sind nicht identisch. (Foto: Bundestag)

 

 

 

Kauder: Christen und Moslems glauben nicht an denselben Gott

Der christliche und der islamische Gott sind nach Ansicht des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, nicht identisch. Der "christliche Du-Gott, mit dem man eine persönliche Beziehung haben kann", sei ein anderer als der Gott der Moslems. "Zu sagen, Allah ist der gleiche, wird dem Anliegen der Moslems und der Christen nicht gerecht", erklärte der Politiker am 13. September bei den "Tagen der Begegnung" in Berlin. Daran nehmen rund 160 Jugendliche teil, die von Abgeordneten des überkonfessionellen und überparteilichen Gebetsfrühstückskreises im Bundestag eingeladen wurden. Kauder unterstrich die Einzigartigkeit Jesu Christi: "Der ungeheuerlichste und unglaublichste Satz im Neuen Testament ist der von Jesus: Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Das ist der Satz, der uns von allen anderen Religionen unterscheidet." (idea)


Die Adventisten haben nie gelehrt, der Tempel Salomos in Jerusalem (hier die Klagemauer) müsse vor der Wiederkunft Jesu wieder aufgebaut werden - geschweige denn Geld dafür gesammelt!

 

 

 

Humor Ja – aber nicht zu jedem Preis

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland hat sich gegen die Verunglimpfung ihrer Glaubensgemeinschaft in einem Beitrag des Fernsehsenders 3sat gewandt. Der Kabarettist Matthias Deutschmann hatte in seiner am 15. September ausgestrahlten Sendung "Die Reise nach Jerusalem" behauptet, dass die Adventisten in den USA bereits eine viertel Milliarde US-Dollar für den Wiederaufbau des Tempels Salomos in Jerusalem gesammelt hätten. "Warum machen das amerikanische Fundamentalchristen?", fragte er. Weil in der Bibel, nämlich in der Apokalypse, stünde, dass Jesus erst zurückkomme, wenn der Tempel wieder stehe.

Diese Aussage von Deutschmann sei Unsinn, schrieb die Freikirchenleitung in einem Brief an 3sat. Jesus habe zwar prophezeit, dass der Tempel in Jerusalem zerstört werde, was 70 n. Chr. auch durch die Römer geschah. Nach adventistischem Bibelverständnis werde der Tempel aber bis zur Wiederkunft Christi nicht wieder aufgebaut. Adventisten sähen daher gar keine Veranlassung, für den Wiederaufbau des Tempels Geld zu sammeln. "Wir gönnen Herrn Deutschmann jeden Lacherfolg", heißt es in dem Schreiben, "jedoch nicht auf Kosten einer falschen Behauptung, mit der er unsere Freikirche lächerlich macht."

"Die von dem Kabarettisten erwähnte viertel Milliarde US-Dollar hätten wir gern gehabt", meinte der stellvertretende Vorsitzende der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pastor Günther Machel (Ostfildern). Mit so viel Geld wäre die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in der Lage gewesen, vielen Not leidenden Menschen in aller Welt zu helfen. (APD)


Im Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) gibt es unterschiedliche Auffassungen über den Dienst von Frauen: In manchen Gemeinden sei es kein Problem, dass Frauen predigen, wohl aber, dass sie in der Leitung mitarbeiten; in anderen sei es umgekehrt. Ferner gebe es sowohl Gemeinde, in denen beides möglich sei, als auch welche, in denen beides undenkbar sei.

 

 

 

Freie evangelische Gemeinden ringen um Pastorinnen

Der Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) ringt weiter mit der Frage, ob Frauen zum Pastorendienst zugelassen werden sollen. Seit dem Jahr 2000 ist es möglich, dass Frauen in den Gemeindeleitungen mitwirken, doch gibt es keine Pastorinnen. Einzelne der 420 Gemeinden haben jedoch schon Referentinnen angestellt, die neben einem Pastor tätig sind und predigen. Der Meinungsbildungsprozess wurde am 15. September in Bonn auf dem Bundestag - der jährlichen Versammlung von Gemeindedelegierten und Pastoren - fortgeführt. 2008 soll dieses Gremium nach der Behandlung des Themas auf Regionalkonferenzen und einer Theologischen Woche einen Beschluss fassen. Die Bundesleitung der rund 36.000 Mitglieder zählenden Freikirche unterbreitete dem Bundestag eine Diskussionsvorlage. Darin wird hervorgehoben, dass es innerhalb der Freikirche unterschiedliche Auffassungen über den Dienst von Frauen gebe. In manchen Gemeinden sei es kein Problem, dass Frauen predigen, wohl aber, dass sie in der Leitung mitarbeiten; in anderen sei es umgekehrt. Ferner gebe es sowohl Gemeinde, in denen beides möglich sei, als auch welche, in denen beides undenkbar sei. Man wolle sich weder mit traditionellen, noch dem Zeitgeist angepassten Antworten zufrieden geben: Entscheidend sei, was die Bibel sage. Doch in der Beurteilung von neutestamentlichen Worten des Apostels Paulus, die nach traditioneller Auslegung gegen den Lehr- und Pastorendienst von Frauen sprechen, ist man sich in den Gemeinden und der Bundesleitung nicht einig.

Ist die Einheit gefährdet?
Der Ende Dezember aus Altersgründen aus dem Amt scheidende Präses Peter Strauch (Witten) mahnte vor den 387 Delegierten Befürworter und Gegner des Pastorinnendienstes zur gegenseitigen Achtung im Hören auf das Wort Gottes. Mancherorts höre er die Befürchtung, dass die Einheit der Freikirche durch die Diskussion gefährdet sei. Strauch: "Das Thema ist nicht wichtig genug, um sich zu entzweien, aber wichtig genug, um sorgfältig die Bibel zu befragen." In der sachlich geführten Aussprache wurde unter anderem die Frage kontrovers beurteilt, ob der Debatte ein unterschiedliches Bibelverständnis zugrunde liege oder ob es sich lediglich um verschiedene Auslegungen und Erkenntnisse handele. Mehrere Redner würdigten den Dienst von Frauen. Zu Wort kam auch Emmi Müller (Lippstadt), die im Auftrag der Allianz-Mission über drei Jahrzehnte an Theologischen Seminaren in Japan unterrichtet hat. Zwei Pastoren mit unterschiedlichen Positionen erläuterten ihre Haltung. Torsten Pfrommer (Gießen) erklärte, er sei aufgrund seines Theologiestudiums an der Freien Theologischen Akademie Gießen zu dem Schluss gelangt, dass Frauen nicht predigen sollten. Holger Kraft (Wuppertal-Elberfeld) sagte, man dürfe sich nicht nur auf wenige Bibelstellen beschränken, die Frauen das Lehren verbieten, sondern sie in die gesamte Heilige Schrift einordnen. Der Bund Freier evangelischer Gemeinden ist neben der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche eine der wenigen Freikirchen, die keine Pastorinnen haben. (idea)


 

Arbeitsverweigerung am Sabbat für Adventisten statthaft

Das Arbeitsgericht Nürnberg hat zwei Siebenten-Tags-Adventisten Recht gegeben, die ihre Arbeit am Sabbat verweigerten (Aktenzeichen: 7 Ca 8056/06 W und 7 Ca 8510/06 W). Die beiden feiern nach der Bibel den Sabbat von Freitagabend bis Samstagabend, jeweils ab Sonnenuntergang, als Ruhetag. Sie arbeiten bei einer Firma, die nur bei überdurchschnittlicher Auslastung am Freitag eine Spätschicht und eventuell am Samstag eine weitere Schicht ansetzt. Die Kesselschweißer informierten ihren Arbeitgeber, dass sie aus Gewissensgründen an ihrem Sabbat keiner Arbeit nachgehen könnten. Eine Verringerung der Arbeitszeit auf 85 Prozent, um dem Problem aus dem Weg zu gehen, lehnte die Firma ab. Im Mai, August und Oktober letzten Jahres wurden beide Adventisten jeweils am Freitag zu einer Spätschicht eingeteilt. Sie stellten aber bei Sonnenuntergang das Schweißen ein und verließen unerlaubt ihren Arbeitsplatz. Nach zwei Abmahnungen wurden sie bei der dritten Arbeitsverweigerung entlassen. Sie verklagten ihren Arbeitgeber auf Wiedereinstellung.

Das Gericht sah die Klage als begründet an und verwies auf das Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein vom 22. Juni 2005 in einem vergleichbaren Fall eines Siebenten-Tags-Adventisten (Aktenzeichen: 4 Sa 120/05), das vom Bundesarbeitsgericht mit Beschluss vom 10. November 2005 bestätigt wurde (Aktenzeichen: 2 AZN 752/05). Außerdem führte der Richter aus, dass zur Glaubensfreiheit nach Artikel 4 Absatz 1 Grundgesetz auch das Recht des Einzelnen gehöre, sein Verhalten an den Lehren seines Glaubens auszurichten und seiner inneren Glaubensüberzeugung gemäß zu leben. Das Grundrecht überlasse es dem Einzelnen, welche religiösen Symbole er anerkenne und verwende. Für eine zulässige Berufung auf Artikel 4 Grundgesetz "kommt es nur darauf an, dass es überhaupt von einer wirklichen religiösen Überzeugung getragen und nicht anders motiviert ist".

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da der Arbeitgeber Berufung eingelegt hat. Die beiden Kesselschweißer sind bis zu einer endgültigen Entscheidung weiter in der Firma beschäftigt und haben an ihrem Sabbat arbeitsfrei. (APD)


 

 

Kirche soll kein Gemischtwarenladen sein

Die Kirche sollte nach Ansicht des Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß (Bielefeld) kein "Gemischtwarenladen" sein. Nicht jede Gemeinde müsse allen etwas bieten, sagte Buß beim "Hammer Reformtag" am 15. September in Hamm (Westfalen) vor Journalisten. Vielmehr gehe es darum, mit benachbarten Kirchen zu kooperieren und sich zu ergänzen. Seit dem Jahr 2000 durchläuft die westfälische Kirche einen Reformprozess, um sich auf rückläufige Mitgliederzahlen und Finanzen einzustellen. Im Zuge des Prozesses wurden bereits Kirchen geschlossen und Ämter zusammengelegt, aber auch Materialien für die Zukunft erarbeitet.

Menschen für das Evangelium gewinnen
Der Präses ermutigte die Gemeinden dazu, sich für ihre Umgebung zu öffnen. "Wir wollen Menschen für das Evangelium gewinnen - nicht in erster Linie für die Kirche", betonte er. Allerdings warnte er auch vor Selbstüberschätzung: "Wir haben immer in Demut zu lernen, dass das, was wir machen, nicht nur von uns, sondern entscheidend vom Wirken des Heiligen Geistes abhängig ist." (idea)


 

Jamaikaner Präsident der Siebenten-Tags-Baptisten in Nordamerika

Der aus Jamaika stammende Pastor Andrew Samuels (45) ist neuer Präsident der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Baptisten in den USA und Kanada. Seine Großeltern und Eltern gehörten bereits der Kirche an. Er ist mit der Grundschullehrerin Kay verheiratet und hat zwei Töchter. Samuels arbeitete zunächst im Außenministerium und ab 1982 in der Ständigen Vertretung Jamaikas bei den Vereinten Nationen in New York. Dort studierte er berufsbegleitend Theologie. 1988 wurde er zum Pastor der Seventh-day Baptist Church in Miami berufen. In Fort Lauderdale und in West Palm Beach gründete er zwei neue Gemeinden und wirkte in Florida bis zu seiner Wahl als Kirchenoberhaupt.

Als Präsident der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Baptisten in den USA und in Kanada ist Pastor Samuels für 80 Gemeinden mit 6.000 Gottesdienstbesuchern zuständig. Davon befinden sich etwa 30 Gemeinden auf Jamaika. Siebenten-Tags-Baptisten gibt es auf der Insel seit den 1920er Jahren. Es waren ehemalige Siebenten-Tags-Adventisten, die ihre Kirche verließen, nach einer Alternative suchten und Kontakt mit den Siebenten-Tags-Baptisten in den USA knüpften. Bald darauf wurden sie in deren Generalkonferenz aufgenommen. Die Siebenten-Tags-Adventisten haben auf Jamaika 230.000 Mitglieder in 670 Gemeinden.

Die Siebenten-Tags-Baptisten entstanden im 17. Jahrhundert und gründeten ihre erste Gemeinde 1653 in London. Sie halten wie die Siebenten-Tags-Adventisten den Sabbat (Samstag) als Ruhetag und praktizieren wie Baptisten und Adventisten die Taufe gläubiger Menschen (Erwachsenentaufe). Die Ortsgemeinden sind wie bei den Baptisten autonom und regeln ihre Angelegenheiten, einschließlich der Wahl ihres Pastors, selbst. Weltweit gibt es über 50.000 Siebenten-Tags-Baptisten in 22 Ländern. Sie sind im Weltbund der Siebenten-Tags-Baptisten (Seventh-day Baptist World Federation) zusammengefasst. Pastor Samuels ist als Generalkonferenzpräsident der Kirche in den USA und in Kanada gleichzeitig Vizepräsident des Weltbundes. Die Kirche der Siebenten-Tags-Baptisten gehört auch dem Baptistischen Weltbund (Baptist World Alliance) als Mitglied an. (APD)


Von 1922 bis heutehaben 1.300 Auszubildende das Krankenpflegeexamen erfolgreich abgelegt.

 

 

 

85 Jahre Krankenpflegeschule „Waldfriede“

85 Jahre alt wurde die Krankenpflegeschule "Waldfriede" des gleichnamigen adventistischen Krankenhauses in Berlin-Zehlendorf. In einer Feierstunde berichtete Geschäftsführer Edwin Scharfschwerdt, dass die Siebenten-Tags-Adventisten bereits 1901 ein Sanatorium für 30 Patienten in Friedensau bei Magdeburg eröffneten. Im gleichen Jahr habe dort auch der erste Krankenpflegekurs stattgefunden. Das sei die Geburtsstunde der Friedensauer Schwesternschaft, des Berufsverbandes adventistischer Krankenschwestern, gewesen. Im April 1920 gründete die Freikirche das Berliner Krankenhaus "Waldfriede" mit zunächst 39 Betten. Zur Genehmigung einer Krankenpflegeschule waren mindestens 60 Betten vorgeschrieben. Die Aufstockung erfolgte innerhalb von zwei Jahren, so dass am 1. Oktober 1922 der erste Kurs mit fünf Schülerinnen und einem Schüler beginnen konnte. Die Krankenpflegeschule gehört damit zu den ältesten derartigen Ausbildungsstätten in Berlin.

"Bis heute haben etwa 1.300 Auszubildende das Krankenpflegeexamen erfolgreich abgelegt", so Scharfschwerdt. Während der Feierstunde wurden 16 neue Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger des Ausbildungsjahrganges 2004 bis 2007 willkommen geheißen. Davon werden auch künftig acht im Krankenhaus "Waldfriede" arbeiten. Die Krankenpflegeschule hat 65 Ausbildungsplätze. (APD)


 

 

 

Generationswechsel bei christlichem Verlag Gerth Medien

Gerth Medien (Aßlar/Mittelhessen), eines der größten christlichen Verlagshäuser Deutschlands, bekommt einen neuen Leiter. Verleger Klaus Gerth (64) übergibt die Gesamtverantwortung zum 1. Januar 2008 an Ralf Markmeier (41). Wie bereits vor zwei Jahren beim Kauf von Gerth Medien durch die zur Bertelsmann AG gehörende Verlagsgruppe Random House (München) vereinbart, tritt damit eine der großen christlichen Verlegerpersönlichkeiten ab. Mit Gerths Ausscheiden neige sich eine Ära dem Ende entgegen, so Klaus Eck, verlegerischer Geschäftsführer von Random House.

Klaus Gerths Wunschkandidat
Gerth sagte, er sei sicher, dass sein Wunschkandidat für die Nachfolge, Markmeier, den Verlag in eine gute Zukunft führen werde. Markmeier setzt nach eigenen Worten auf Kontinuität im Verlagsprogramm sowie auf die Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit des Verlags als wichtigste Bausteine für die Zukunft. Er sei "begeistert von der großen Motivation und Identifikation der Mitarbeiter von Gerth Medien, den christlichen Glauben auf so vielfältige Weise immer wieder neu zu formulieren und verständlich zu machen". Er freue sich darüber, dass Gerth selbst beratend eng mit dem Haus verbunden bleibe. Markmeier wird weiter die Arbeit der religiösen Verlage innerhalb der Verlagsgruppe Random House koordinieren.

Von der Kosmetik zur christlichen Buchbranche
Gerth, vor seiner Verlegerkarriere Marketingdirektor eines Kosmetikkonzerns, wechselte 1975 als Geschäftsführer zum 1949 von Hermann Schulte (1913-1983) gegründeten Schulte-Verlag. Dieser hatte mit einer christlichen Buchhandlung, der Produktion von Evangeliumsliedern auf Schallplatte sowie christlichen Hörfunksendungen Mediengeschichte gemacht. Gerth, der das Unternehmen 1978 kaufte, setzte diese Tradition fort. 1995 erwarb er zunächst die Hälfte des in der charismatischen Bewegung beheimateten Verlages "Projektion J", den er 1997 komplett übernahm. Beide Verlage kamen 1998 unter das Dach von Gerth Medien. (idea)


 

Kurznachrichten aus der adventistischen Welt

Griechische Bauern nach dem Feuer vor dem Nichts
Von den verheerenden Waldbränden in Griechenland waren auch die 35 Mitglieder der adventistischen Gemeinde in Zacharo im Südwesten des Peloponnes betroffen. Fast alle Einwohner des Dorfes konnten in Sicherheit gebracht werden. Häuser, Weinstöcke und Olivenbäume verbrannten, so dass die Ernte vernichtet wurde. Das betrifft auch die Adventisten, die alle das Feuer unverletzt überlebten, aber als Bauern nun ebenfalls vor dem Nichts stehen. In Griechenland gibt es knapp 500 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in neun Gemeinden. (APD)

Hurrikan "Felix" wütete in Nicaragua
Durch den Wirbelsturm "Felix" kamen Anfang September im Norden Nicaraguas fünf Mitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten ums Leben. In Puerto Cabezas riss der Orkan die Dächer von der adventistischen Schule. Dort hatten über 700 Menschen Schutz gesucht. Fünf Kirchen wurden zerstört, weitere 45 beschädigt. Die Freikirche zählt in Nicaragua mehr als 87.000 erwachsen getaufte Mitglieder in 186 Gemeinden. (APD)

Erste Stellit-Evangelisation auf Suaheli in Afrika
Zum ersten Mal findet in Ostafrika eine Übertragung in Suaheli statt. Rund 6500 Regionen in Afrika empfangen die Safari Afrika Serie, die im Zentrum der Hauptgemeinde in Nairobi produziert und von Geoffrey Mbwana, dem Leiter der Adventgemeinden in mittleren Osten Afrikas, geleitet wird. "Die Gemeinden stimmen ihre Missionsarbeit auf dieses Programm ab", sagt Brad Thorp, Leiter von Hope Channel, dem Fernseh-Sendenetz der Gemeinschaft. Bisher wurden über Satellit ausgestrahlte Evangelisationsprogramme aus dem Englischen in die jeweilige lokale Sprache übersetzt. Diese Serie wird von Suaheli in sechs weitere Sprachen übersetzt. (ANN/hm)

Lesung und Vortrag in der Theologischen Hochschule Friedensau
Mit einer Lesung am 18.10.2007, 20 Uhr (Lesesaal Hochschulbibliothek) wird an das Leben von Wolfgang Hilbig erinnert und seine Lyrik und Prosa vorgestellt. Der mehrfach ausgezeichneter Dichter (u.a. Georg-Büchner-Preis 2002), der vom „apokalyptischen Heizer von Meuselwitz“ (Bernd-Lutz Lange) zu „einem der gewaltigsten Meister der deutschen Sprache der Gegenwart“ (Die ZEIT) avancierte, starb am 2. Juni 2007 an einem schweren Krebsleiden.
Als Hinführung zur im Dezember beginnenden Ringvorlesung „Werte – zwischen Beständigkeit und Wandel“ spricht Prof. Dr. Thomas Domanyi am 22.10.2007, 19 Uhr (Aula) zum Thema „Werte und Wertesysteme im biblischen Horizont“. Domanyi ist Professor für Sozialtheologie und Ethik an der Theologischen Hochschule Friedensau. (ThH/dp)


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Verantwortlich i. S. d. P.:
Elí Diez-Prida
(Chefredakteur des "AdventEcho")
Stand: 28.9.2007
Aktualisierung i. d. R. wöchentlich,
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