Millionen Bürger üben in der Passionszeit Verzicht

Verzicht, zum Beispiel beim Essen

Die sieben Wochen zwischen Karneval und Ostern werden von vielen als Möglichkeit auf etwas zu verzichten genutzt. Ob es sich um Ess- oder andere Lebensgewohnheiten handelt, bleibt jedem selbst überlassen. (Foto: Luise/pixelio.de)

(Adventisten heute-Aktuell, 17.02.2017) Die Fastenaktionen in der Passionszeit stoßen auf eine anhaltend starke Resonanz. Das berichten die Veranstalter in den evangelischen Kirchen. Umfragen zufolge verzichten in dieser Zeit etwa 20 Prozent der Deutschen auf Genussmittel oder liebgewordene Gewohnheiten. Das wären rund 16 Millionen. Die Aktionen starten am Aschermittwoch (1. März) und dauern bis zum Ostersonntag (16. April). Als größte protestantische Kampagne gilt „7 Wochen ohne". Hier sei die Beteiligung „erfreulich konstant", sagte Pressesprecher Johannes Popp (Leipzig) auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Die Begleitmaterialien - darunter ein Fastenkalender (Auflage 50.000 Exemplare) - seien Jahr für Jahr ausverkauft. Die Zahl der Teilnehmer liege aber um ein Vielfaches höher, da Gemeinde- und Jugendgruppen sowie Hauskreise häufig jeweils nur ein Materialheft bestellten. Es enthält unter anderem Bibelarbeiten und Vorlagen für Andachten. Teilweise beteiligen sich laut Popp auch Religionslehrer mit Schülergruppen an der Aktion. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Augenblick mal! Sieben Wochen ohne Sofort".

„7 Wochen ohne": Eine Kur der Entschleunigung
Wie der Geschäftsführer der Aktion, Arnd Brummer (Frankfurt am Main), dazu schreibt, will sie „eine Kur der Entschleunigung anbieten". „Alles hat seine Zeit" verspreche das alttestamentlichen Buch „Prediger". Brummer rät, sich Zeit für schwierige Entscheidungen zu nehmen oder - wenn etwas schiefgeht - „nicht gleich loszupoltern, sondern noch mal durchzuatmen". Statt den Zeigefinger mit der „Du bist schuld"-Tirade auszufahren, gelte es, lieber die ganze Hand auszustrecken, zuzuhören und zu vergeben. Brummer wünscht eine „ruhige, stressfreie, gesegnete Fastenzeit". Der Eröffnungsgottesdienst findet am 5. März in der Gethsemanekirche in Frankfurt am Main statt. Er wird ab 9.30 Uhr live im ZDF übertragen.

„7 Wochen anders leben": Wer fastet, bekommt neue Freiräume
Der ökumenische Verein „Andere Zeiten" (Hamburg) veranstaltet wieder zwei Fastenaktionen: Die seit 2003 stattfindende Kampagne „7 Wochen anders leben" wendet sich an Christen „die in biblischen Texten und religiösen Themen Stärkung finden". Die Teilnehmer erhalten eine Broschüre mit Informationen rund um die Fastenzeit und jede Woche persönliche gestaltete Post auf Papier. Die Fastenbriefe erreichen nach Angaben des Vereins rund 25.000 Teilnehmer. Die Aktion „wandeln" begleitet „experimentierfreudige Zweifler, die neuen Wegen auf die Spur kommen wollen", so der Verein. Ihm zufolge haben Fastende die Chance, sich selbst zu überraschen: „Fällt es mir leicht, sieben Wochen auf Schokolade zu verzichten? Ist mein Leben anders, wenn ich keinen Rotwein trinke? Was entdecke ich, wenn ich täglich einen Psalm lese?" Wer faste, der schaffe sich selbst neue Freiräume, eröffne sich einen neuen Blick auf sich und die Welt. Zum Start der Fastenzeit lädt der Vereine „Andere Zeiten" zu einem Gottesdienst am 1. März in den Hamburger Mariendom (20 Uhr) ein.

Aktion „7 Wochen mit": Zur Ruhe kommen und mit Gott rechnen
„7 Wochen mit" heißt die Fastenaktion der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Sie ermuntert dazu, sich auf das Leiden und Sterben Jesu Christi zu besinnen. Ziel ist es, dass an jedem Tag der Aktion mindestens eine Gemeinde eine Andacht oder einen Gottesdienst anbietet. Im vergangenen Jahr hätten sich rund 50 der 175 Gemeinden beteiligt, teilte der Geschäftsführende Kirchenrat der SELK, Michael Schätzel (Hannover), auf idea-Anfrage mit. Bischof Hans-Jörg Voigt (Hannover) schreibt in einem Grußwort, „7 Wochen mit" wolle nicht noch mehr „geistliches Pflichtprogramm" aufbürden. Die Aktion sei vielmehr ein Stopp-Zeichen im Alltag: „Halt an, komm zur Ruhe und fang an, mit Gott zu rechnen!"

„Netzwerk gegen Menschenhandel" ruft zum „Fasten für Gerechtigkeit" auf
Erstmals ruft das „Netzwerk gegen Menschenhandel" (Berlin) im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) zu einem „Fasten für Gerechtigkeit" auf. Das Anliegen der Aktion „7 Wochen fair" ist es, dass Bürger ihr Konsumverhalten überdenken und fair gehandelte Waren kaufen. Das Netzwerk stellt dazu unter anderem mit Video-Clips auf Facebook entsprechende Produkte vor. Je mehr sie gekauft werden, „desto lauter ist die Forderung nach Gerechtigkeit", heißt es in einer Mitteilung.

Schöpfungsverantwortung durch Autofasten wahrnehmen
Zum 20. Mal laden Kirchen in Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Luxemburg zum Autofasten ein. Sie werben dafür, das Kraftfahrzeug möglichst oft stehen zu lassen und auf Busse, Bahnen sowie das Fahrrad umzusteigen oder zu Fuß zu gehen. Im vergangenen Jahr haben sich nach Angaben der Aktion rund 1.850 Personen beteiligt. Wie es im Aufruf heißt, ist Autofasten eine Möglichkeit, Schöpfungsverantwortung im Alltag bewusst zu leben. Es gelte, „unsere Beziehung zu Gott und den Mitmenschen zu überdenken und zu vertiefen, eigene Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu verändern und in diesem Sinne neu in Bewegung zu kommen". Träger der Aktion sind die Evangelischen Kirchen in Hessen-Nassau und im Rheinland sowie die (katholischen) Bistümer Trier, Mainz und Fulda, die Erzbistümer Luxemburg und Köln sowie der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen. (idea)

Mehr zur Fastenaktion der Evangelischen Kirche unter: http://www.siebenwochenohne.de/




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