In Rom soll ein Mormonen-Tempel entstehen

Ahnenforschungszentrum Salt Lake City

Die Mormonen unterhalten in Salt Lake City (USA) das größte Archiv für Ahnenforschung der Welt - mit ca. 760 Millionen Datensätzen. (Foto: edp)

Die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" (Mormonen) plant den Bau eines Tempels in Rom. Das berichtet die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW/Berlin). In ihrem Materialdienst verweist sie auf eine Ankündigung der mormonischen Generalkonferenz in Salt Lake City (US-Bundesstaat Utah). Nach deren Angaben wird der Rom-Tempel der erste im Mittelmeerraum und der zwölfte in Europa sein.

Die Mormonen verfügen nach eigenen Angaben über insgesamt 128 Tempel. 17 weitere seien geplant oder im Bau. In Deutschland sind zwei Tempel in Betrieb: in Freiberg (Sachsen) und in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main. Nach Angaben der 12,9 Millionen Mitglieder zählenden Religionsgemeinschaft leben in Italien 25.000 Mormonen. In Deutschland liegt ihre Zahl bei 36.000, in der Schweiz bei 7.500 und in Österreich bei 4.100. Der Tempel ist für Mormonen "der heiligste Ort auf Erden". Er diene ausschließlich der Durchführung heiliger Handlungen wie etwa der Eheschließung sowie der religiösen Unterweisung. Außenstehenden ist der Zugang verwehrt.

Unvereinbar mit dem christlichen Glauben
Der Mormonismus geht zurück auf Joseph Smith (1805-1844), der aufgrund einer Vision das "Buch Mormon" niederschrieb, das bis heute als Glaubensgrundlage gilt. Charakteristisch für die Mormonen ist eine hohe Wertschätzung der Familie, Verzicht auf Genussmittel und eine missionarische Orientierung. Da nach mormonischer Überzeugung die Familienbindungen über den Tod hinausgehen, gehört es zu den religiösen Pflichten des Gläubigen, seine Verfahren aufzuspüren, damit ihnen in Stellvertretung nachträglich die heilsnotwendige Taufe gespendet werden kann. Nach Angaben der EZW ist die mormonische Lehre - trotz vielfältiger Bezugnahmen auf Jesus Christus - mit biblisch-christlicher Theologie nicht vereinbar. Aus Sicht der ökumenischen Kirchen seien die "Heiligen der Letzten Tage" keine christliche Kirche, auch keine Sekte, sondern eine synkretistische (religionsvermischende) Neureligion. (idea)




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