Protestanten in den USA auf dem Rückzug
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Mit 26 Prozent bilden die Evangelikalen die größte Gruppe der Protestanten in den USA. (Bild: eine der vielen Kirchen in San Francisco; Foto: edp) | |
In den USA wird der Protestantismus seine Stellung als Mehrheitsreligion in den kommenden Jahren vermutlich einbüßen. Das hat eine der umfangsreichsten Studien zu Glauben und Religion in den USA ergeben. Das Meinungsforschungsinstitut „Pew Forum" (Washington) befragte dafür insgesamt 35.000 Bürger. Demnach gehört gegenwärtig noch gut die Hälfte (51 Prozent) einer protestantischen Kirche an; vor 30 Jahren waren es noch zwei Drittel. Die Untersuchung teilt die Protestanten in drei Gruppen: evangelikale, volkskirchlich geprägte und afroamerikanische Kirche. Mit 26 Prozent bilden die Evangelikalen die größte Gruppe der Protestanten in den USA. Am stärksten von dem Rückgang betroffen seien die volkskirchlich geprägten Gemeinden, die gegenwärtig 18 Prozent der Protestanten ausmachten. Ein Grund dafür dürfte das breite Angebot von mehr als 250 Konfessionen und Glaubensgemeinschaften in den USA sein. Der Untersuchung zufolge fühlten sich immer weniger Gläubige an die Konfession oder Religion gebunden, in der sie aufgewachsen sind. Sie wechselten einfach zu einer anderen Gemeinde oder bastelten sich eine „personalisierte Religion" zusammen.
Zahl der „Nichtgläubigen" in 50 Jahren vervierfacht Aber nicht nur die Protestanten haben mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen, auch die Katholiken. Die römisch-katholische Kirche bleibe mit knapp 24 Prozent Bevölkerungsanteil bisher nur wegen der vielen katholischen Einwanderer vor allem aus Südamerika eine relativ große Kirche. Die einzige Bevölkerungsgruppe, die kontinuierlich wächst, ist der Studie zufolge die der „Ungläubigen". Rund 16 Prozent der Befragten gaben an, keiner Religionsgemeinschaft anzugehören; bei den unter 30-Jährigen sagten das sogar 25 Prozent. Bei einer ähnlichen Befragung vor 50 Jahren gaben nur knapp 4 Prozent an, keiner Religionsgemeinschaft anzugehören.
Religiöser als die Europäer Im Vergleich zum deutschsprachigen Europa bleiben die USA dennoch ein religiöses Land. So sind 74 Prozent der US-Bürger von der Existenz des Paradieses überzeugt. 91 Prozent glauben an Gott als ein „höheres Wesen". 60 Prozent gaben an, Gott sei ein Mensch, mit dem sie eine persönliche Beziehung haben könnten. 58 Prozent sagten, sie beteten jeden Tag. 39 Prozent der Befragten erklärten, mindestens einmal pro Woche in den Gottesdienst zu gehen. (idea) |
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