Debatte um Evolution und Schöpfung in Großbritannien neu entbrannt

2009 wird Charles Darwins aus Anlass von zwei Jahrestagen gedacht: Am 12. Februar 1809 wurde der Naturforscher geboren, 1859 veröffentlichte er sein Hauptwerk „On the Origin of Species" (Die Entstehung der Arten). (Foto: Charles Darwin im Alter von 59 Jahren; Wikipedia) |
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Die Debatte um Evolution und Kreationismus (Schöpfungslehre) ist in Großbritannien neu entbrannt. Der Bildungsdirektor an der Akademie der Wissenschaften (Royal Society), Michael Reiss (London), hat sein Amt am 16. September niedergelegt. Er war zuvor von Naturwissenschaftlern wegen Äußerungen zum Kreationismus heftig angegriffen worden. In einem Vortrag in Liverpool hatte er Anfang September dafür plädiert, an Schulen nicht nur Evolution zu lehren, sondern auch die Schöpfungslehre zu diskutieren. Lehrer sollten kreationistische Vorstellungen nicht als „falsche Auffassungen" ansehen, sondern als eine Weltanschauung behandeln. Reiss ist anglikanischer Theologe und Biologe und hat 20 Jahre lang als Lehrer gearbeitet hat.
Sturm der Entrüstung Seine Ausführungen entfachten einen Sturm der Entrüstung unter Naturwissenschaftlern. Der Mediziner und Nobelpreisträger Richard Roberts nannte die Ansichten von Reiss „schändlich" und forderte seine Entlassung. Wie die Londoner Zeitung Times weiter berichtet, stellte sich die Akademie der Wissenschaften zunächst hinter Reiss, ließ ihn dann aber fallen.
Sollen sich Kirchen bei Darwin entschuldigen? Der Begründer der Evolutionstheorie, der englische Naturforscher Charles Darwin Darwin (1809-1882) war Mitglied der Royal Society. Die anglikanische Kirche von England hat sich jetzt für Angriffe der Kirche auf den Naturforscher posthum entschuldigt (www.cofe.anglican.org/darwin). Schon zu Lebzeiten wurde Darwin scharf von Kirchenkritikern angegriffen, die seine Lehren im Widerspruch zu den biblischen Schöpfungsberichten sahen. Die römisch-katholische Kirche wird sich allerdings nicht bei Darwin entschuldigen. Wie der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, Erzbischof Gianfranco Ravasi, am 16. September in Rom erklärte, schlössen sich die Evolutionstheorie und die Botschaft der Bibel nicht von vornherein aus, auch wenn das kirchliche Lehramt vieles an Darwins Lehre kritisch sehe. (idea) |
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