Witwe eines ermordeten Missionars tröstet Gewaltopfer

Gladys Staines

Sie vergab den Mördern ihres Mannes und ihrer zwei jungen Söhnen: die Missionarin Gladys Staines (auf dem Bild mit ihrer Tochter bei der Beerdigung vor zehn Jahren).

(AdventEcho online, 30.1.2009) Gladys Staines, Witwe des vor zehn Jahren in Indien ermordeten Missionars Graham Staines und Mutter der ebenfalls umgebrachten Söhne Philip und Timothy, hat die Hinterbliebenen der jüngsten Opfer von antichristlicher Gewalt im Bundesstaat Orissa getröstet und ermuntert, im Glauben fest zu bleiben. In demselben Bundesstaat hatten nationalistische Hindu-Extremisten am 22. Januar 1999 den Geländewagen ihres 58-jährigen Mannes angesteckt, der darin zusammen mit den 9 bzw. 7 Jahre alten Jungen nächtigte. Sie wurden bei lebendigem Leibe verbrannt. Der Haupttäter Dara Singh, der erst zum Tode, dann zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, wollte Bekehrungen zum Christentum verhindern.

Für Lepra-Kranke gearbeitet
Der australische baptistische Missionar hatte sich mehr als 30 Jahre lang um Lepra-Kranke in Indien gekümmert und eine Klinik in Baripada (Orissa) aufgebaut. Seine Witwe, die 2005 mit der indischen Verdienstmedaille ausgezeichnet wurde, kehrte im darauffolgenden Jahr zurück, um das Werk ihres Mannes fortzuführen. Ende August 2008 flammte wieder Gewalt militanter Hindus gegen Christen in dem Bundesstaat auf. Nach Angaben des Gesamtindischen Christenrats wurden rund 200 Christen ermordet, 18.000 verletzt und 53.000 vertrieben. Über 4.600 Häuser gingen in Flammen auf, darunter 150 Kirchen, Gemeinde- und Waisenhäuser.

Den Mördern vergeben
Wie Frau Staines aus Anlass des zehnten Todestages ihres Mannes und ihrer Söhne mitteilte, sei Gott ihr in der schweren Zeit ein fester Halt geworden, nicht zuletzt durch die Fürbitte anderer Christen. Sie empfinde eine starke Solidarität mit den Witwen der jüngsten Unruhen. Sie wolle diese Frauen im Vertrauen auf Jesus stärken; er gebe Kraft, das eigene Kreuz zu tragen. In den vergangenen Jahren habe sie traurige Zeiten erlebt, aber auch große Hoffnung - die Hoffnung auf den Himmel und die Wiedervereinigung mit ihrem Mann und den Kindern. Frau Staines bekräftigte, dass sie den Mördern vergeben habe. Den Menschen in aller Welt sage sie: "Gebt die Hoffnung nicht auf, betet für Indien!" (idea)




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