Eine "lebende Legende" zum Anfassen: Ben Carson

Dr. Ben Carson in Leinfelden

Dr. Ben Carson, der weltbekannte Neurochirurg, sprach vor 1000 Zuhörern in Leinfelden - ein umgänglicher Mensch ohne Starallüren! (Foto: Thomas Lobitz).

(AdventEcho online, 17.7.2009) Er hätte schon im vergangenen Jahr nach Deutschland kommen sollen, aber der Termin musste verschoben werden. Doch jetzt, am 12. Juli 2009 war er endlich da: Ben Carson, Neurochirurg, Professor an der Johns-Hopkins-School of Medicine in Baltimore (USA), Teilnehmer an zahlreichen spektakulären Operationen, Buchautor, Adventist. Er wurde begleitet von seiner Ehefrau Candy. Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. und Professor Dr. Marcos Tatagiba, Leiter der Klinik für Neurochirurgie der Universität Tübingen, hatten ihn zu öffentlichen Vorträgen in die Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen (bei Stuttgart) eingeladen. Ben Carsons Buch "Begnadete Hände" wurde ein Welterfolg, ebenso sein zweiter Titel "Nimm dir Großes vor", und vor einigen Monaten ist ein drittes Buch von ihm auf Deutsch erschienen: "Das Ziel heißt Leben!" (Coproduktion zwischen dem Hänssler-Verlag und dem Advent-Verlag, Lüneburg).

Risiken richtig einschätzen
In seinem ersten Vortrag erzählte Ben Carson Streiflichter aus seinem Leben, wie er vom Außenseiter zum weltweit anerkannten Spezialisten wurde. In einem weiteren Vortrag ging er auf ethische Probleme ein, die ihm bei seiner Arbeit immer wieder begegneten und stellte seine Lösungsansätze dazu vor. Soll man beispielsweise bei Todkranken, die nicht mehr leben wollen, um jeden Preis das Leben erhalten oder die Geräte abschalten? Ben Carson neigt dazu, in diesen Fällen "der Natur ihren Lauf zu lassen". Er stellte klar, dass manche ethische Dilemmata so kompliziert sind, dass es keine einfache Lösung gibt. Dabei versucht er stets, einen "dritten Weg" zwischen streng gesetzesorientierter Ethik und Situationsethik zu beschreiten.

"Man braucht vor allem Weisheit", wiederholte Carson immer wieder. "Wenn du ein Gehirn hast, benutze es", lautete ein weiterer Leitsatz von ihm. Und: "Gottes Prinzipien helfen uns, ethisch verzwickte Situationen klarer zu sehen." Für Ben Carson gibt es nur eine Quelle der Weisheit: Gott. Das machte er in seinen Vorträgen deutlich, die er vor über 500 Zuhörern im gut gefüllten großen Saal der Filderhalle hielt. Ohne Glauben und Werte, aufgrund derer die Fragen beantwortet würden, könne es keine sinnerfüllte Risikoanalyse geben, so Carson. "Denn wenn es kein Richtig und Falsch gibt, kann es kein Bestes oder Schlimmstes geben."

Warm und herzlich
Die Zuhörer wurden schnell warm mit dem Professor aus Baltimore. Denn auf dem Podium stand kein "Halbgott in Weiß", sondern ein umgänglicher, zurückhaltender Menschenfreund, der aus einfachsten Verhältnissen stammt und sich dank der Hilfe Gottes, des Engagements seiner Mutter, seines Talents und viel Selbstdisziplin hochgearbeitet hat und vom TV-Sender CNN und der Zeitschrift TIME unter die besten 20 Wissenschaftler Amerikas gewählt wurde. Die Bibliothek des US-Kongresses zählt ihn zu den 89 "lebenden Legenden". Ben Carson und seine Frau Candy gründeten den Carson Scholars Fund, eine Stiftung, die an begabte Studenten Stipendien vergibt.

Geduldig beantwortete der Neurochirurg alle Fragen aus dem Publikum zu diversen Themen, ob es um Naturheilmittel ging (die er befürwortet), oder um die Frage eines Kindes, wie viel Schlaf pro Nacht denn nötig sei (acht Stunden). Auch bei der Buch-Signierstunde am Stand von Adventist Media gab er so lange Autogramme, bis auch der Letzte in der Schlange die begehrte Unterschrift erhalten hatte.

Ben Carson hält sich eine Woche in Deutschland auf. Zwischen der öffentlichen Veranstaltung in Leinfelden-Echterdingen und den Vorträgen für Gemeindeglieder in Tübingen am 18. Juli besucht er als "Visiting Professor" die Neurochirurgische Klinik der Universität Tübingen. Dort wird er eine Woche lang Vorträge halten, mehreren Operationen beiwohnen, Konferenzen abhalten und Gespräche mit jungen Ärzten der Abteilung führen. Die Tübinger Universitätsklinik für Neurochirurgie zählt mit 3000 stationären und 9000 ambulanten Patienten pro Jahr zu den größten derartigen Einrichtungen in Deutschland. (Thomas Lobitz)

BILDERGALERIE
(Fotos: Thomas Lobitz)




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