Nigeria: Massaker löschen Generationen von Christen aus

Nigeria-Karte

Knapp 49 Prozent der 140 Millionen Einwohner Nigerias sind Christen, 45 Prozent Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen. (Karte: Wikipedia)

("Adventisten heute"-Aktuell, 19.3.2010) Das Massaker von Muslimen an fast 500 Christen im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau hat Generationen von Dorfbewohnern ausgelöscht. Gegen die ausufernde Gewalt erhebt der anglikanische Erzbischof von Jos, Benjamin Kwashi, seine Stimme. Er ruft Angehörige aller Religionen auf, die Heiligkeit des Lebens zu achten.

492 Todesopfer, 8.000 Menschen auf der Flucht
Hunderte Leichen von Männern, Frauen und Kindern seien in den Ruinen abgebrannter Häuser, auf Wegen und Feldern gefunden worden, so Kwashi. 332 Tote wurden in einem Massengrab in der Ortschaft Dogo Na Hawa beigesetzt. Die nigerianische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Congress (Kongress für Bürgerrechte) zählte insgesamt 492 Todesopfer. Etwa 8.000 Menschen sollen auf der Flucht sein.

Am 7. März waren Angehörige des muslimischen Nomadenstammes Hausa in drei überwiegend von Christen bewohnte Dörfer eingedrungen und hatten die Bewohner mit Macheten, Pfeil und Bogen sowie Schusswaffen bedroht und massakriert. Dabei riefen sie nach Angaben von Augenzeugen: "Allah ist groß!" Etwa 200 Tatverdächtige wurden festgenommen. Christen beklagen jedoch, dass die Sicherheitskräfte zu spät eingegriffen hätten.

Religiöse Konflikte fordern 3.000 Menschenleben
Unterdessen gerät die Regierung des westafrikanischen Landes unter internationalen Druck. Die UNO hat die Machthaber in der Hauptstadt Abuja aufgefordert, die Sicherheit der Christen zu verbessern. Außerdem verlangten die USA und die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (Menschenrechtswacht) eine Untersuchungskommission. Im Bundesstaat Plateau stoßen der islamisch geprägte Norden und der mehrheitlich christliche Süden Nigerias aneinander. Immer wieder entladen sich Spannungen in gewalttätigen Konflikten, denen bisher rund 3.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Weitere 13 Dorfbewohner getötet
Zehn Tage nach dem großen Überfall griffen mehr als 20 Kämpfer aus dem Stamm Fulani am 17. März die Bewohner der Dörfer Byei und Baten, ungefähr 45 Kilometer von der Bundeshauptstadt Jos entfernt, an. Bei dem Gemetzel wurden 13 Christen aus dem Stamm Berom umgebracht, darunter Frauen und Kinder. Gouverneur Jonah Jang verurteilte das Massaker. Offenbar heizten bestimmte Gruppen Stammeskonflikte an. Dabei geht es um Auseinandersetzungen um Weideland, doch traten die Angreifer Augenzeugen zufolge in der Art muslimischer "Gotteskrieger" auf.

Nigeria hat 140 Millionen Einwohner. Knapp 49 Prozent sind Christen, 45 Prozent Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen. (idea)




NEUESTE NACHRICHTEN

Kraft des Amtes - Adventisten heute 07/2017

(Adventisten heute-Aktuell, 23.06.2017) Predigten halten, Menschen seelsorgerlich begleiten, Gremien leiten, Kinder- und Jugendarbeit leisten, Vorbild sein und vieles mehr: der Dienst eines... 

mehr
Teil 2: Adventistische Unity-Konferenz in London (Jessicas Blog)

(Adventisten heute-Aktuell, 23.06.2017) Weiter geht es mit den letzten zwei Konferenztagen und einem persönlichen Fazit von Advent-Verlgas-Leiterin Jessic Schultka.Tag 3 - Unity 2017Heute wurde die... 

mehr
Rumänien: ADRA erhält ersten Preis für Flüchtlingsarbeit

(Adventisten heute-Aktuell, 23.06.2017) Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Rumänien hat am 12. Juni auf der 15. „Gala der Zivilgesellschaft" in Bukarest/Rumänien den... 

mehr
Justin Welby: „Ohne Evangelisation ist die Kirche nur eine NGO"

(Adventisten heute-Aktuell, 23.06.2017) Unter dem Gebet „Come, Holy Spirit!" kamen an die 600 Teilnehmer/innen zu den vierten Studientagen des Studienzentrums für Glaube und Gesellschaft an der... 

mehr
Adventistische Konferenz Unity 2017 in London (Jessicas Blog)

(Adventisten heute-Aktuell, 16.06.2017) Unity 2017 - eine Konferenz über Einheit, der Frage nach Autorität und GewissensfreiheitVom 15.06. bis zum 17.06.2017 findet in London eine Konferenz statt, in... 

mehr
Wenn der Trainer aus der Bibel vorliest (Porträt)

(Adventisten heute-Aktuell, 16.06.2017) Heiko Herrlich (45) ist neuer Trainer beim Fußballbundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Der bekennende evangelische Christ hat vor 17 Jahren eine schwere... 

mehr
Jugendportal informiert über „Sexting"

(Adventisten heute-Aktuell, 16.06.2017) Sexting, das Versenden von eigenen Nacktbildern, ist für viele Jugendliche nichts Ungewöhnliches. Ein Viertel der Jugendlichen hat laut der JIM-Studie 2015 des... 

mehr
Brahms-Preis für schwedischen Dirigenten Herbert Blomstedt

(Adventisten heute-Aktuell, 16.06.2017) Der mit 10.000 Euro dotierte Brahms-Preis 2017 wurde am 10. Juni in der St. Bartholomäus-Kirche in Wesselburen (Kreis Dithmarschen/Schleswig-Holstein) an den... 

mehr
Medien: Zehn Jahre Bibellexikon „WiBiLex"

(Adventisten heute-Aktuell, 16.06.2017) Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet „WiBiLex" blickt auf zehn Jahre Online-Präsenz zurück. Das Lexikon startete im Jahr 2007 als Projekt der... 

mehr
 

NEUERSCHEINUNGEN

Weder Tod noch Leben. Eine siebenbürgische Lebensgeschichte

von Eva Paul



 336 Seiten
Paperback
14 x 21 cm
€ 19,90
Leserkreis-Mitglieder:
€ 15,90
Best.-Nr. 1966          

mehr  mehr

So komm noch diese Stunde! Luthers Reformation aus Sicht der Siebenten-Tags-Adventisten

Daniel Heinz (Hg.) 



  ca. 300 Seiten
Paperback
14 x 21 cm
erschienen 2016
€ 19,80
Leserkreis-
Mitglieder
€ 14,80
Best.-Nr. 1959          

mehr  mehr

Glauben heute 2017 - Theologische Impulse

Daniel Wildemann (Hrsg.)



 112 Seiten
Paperback
14 x 21 cm
erschienen 2017
€ 9,90
(Leserkreis-
Mitglieder
€ 7,90)

Best.-Nr. 1967   ...

mehr  mehr