Geplante Koran-Verbrennung: Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten bestürzt

Koran, aufgeschlagen

Der Koran (auch: Qur'an) ist die Heilige Schrift des Islam. (Foto: el7bara / Flickr.com).

("Adventisten heute"-Aktuell, 9.9.2010) Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist tief bestürzt von dem Plan eines nicht konfessionell gebundenen Pastors, Exemplare des Korans am 11. September zu verbrennen. In einer Erklärung vom 8. September bezeichnete Ted N. C. Wilson, Präsident der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten,  die geplante Koran-Verbrennung als "absolut gegensätzlich zu der fundamentalen christlichen Überzeugung, dass wir andere Menschen so behandeln sollten, wie wir von ihnen behalten werden möchten".

Der früher in Köln tätige Terry Jones, zzt. Pastor des 50 Mitglieder zählenden Dove World Outreach Center in Gainesville (Florida), will den Koran am 11. September verbrennen, den neunten Jahrestag der von muslimischen Extremisten verübten Anschläge auf das New York World Trade Center.

Dieser Plant "löst unter Adventisten großes Entsetzen aus", sagt Wilson. Das Vorhaben ziele absichtlich darauf, "Spannungen zwischen Religionsgemeinschaften zu schüren und ist daher unverantwortlich und äußerst schädlich". Wilson setzt fort: "In einer Zeit, die von Gewalt, zunehmender Intoleranz und Vorurteilen gekennzeichnet ist, setzt sich die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten intensiv dafür ein, religiös motivierte Unterdrückung und Gewalt zu beenden." Der Einsatz für die Wahrung und Verteidigung der Gewissensfreiheit sei nach Ansicht der Siebenten-Tags-Adventisten ein "gottgegebenes universales Menschenrecht" und gelte unabhängig von der Religionszugehörigkeit.

EKD und Evangelische Allianz distanzieren sich
Die geplante Koran-Verbrennung stößt weltweit auf Empörung. In Deutschland distanzieren sich die EKD und die Deutsche Evangelische Allianz von dieser Aktion. Dies sei eine "unerträgliche Provokation", sagte EKD-Auslandsbischof Martin Schindehütte am 8. September in Hannover. Sie sei unvereinbar mit dem christlichen Zeugnis. Christen seien verpflichtet, unter klarem Bezug auf ihren eigenen Glauben mit Muslimen in guter Nachbarschaft zu leben und zum Frieden beizutragen.

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Werth (Wetzlar): "Wir hoffen, dass diese Gruppe in den USA von ihrem unsinnigen Vorhaben ablässt. Mit christlichem Glauben hat das jedenfalls überhaupt nichts zu tun! ... Es ist möglich, für die Freiheit anderer einzutreten, ohne deren Glaubensüberzeugung für wahr zu halten oder zu teilen." Die Allianz erinnert daran, dass Jones früher die Christliche Gemeinde Köln leitete. 2008 habe sie ihn wegen unhaltbarer theologischer Aussagen und Geltungssucht von der Leitung entbunden. Bereits 2002 hatte ihn das Kölner Amtsgericht wegen Führens eines falschen Doktortitels zu einer Geldbuße von 3000 Euro verurteilt. Die Kölner Gemeinde kritisiert die geplante Koran-Verbrennung: "Wir distanzieren uns von dieser Aktion und möchten damit nicht in Verbindung gebracht werden."

US-Außenministerin: Schändliche Aktion
In den USA hat das Vorhaben breite Empörung ausgelöst. Außenministerin Hillary Clinton nannte sie schändlich. Zuvor hatte der Kommandeur der ISAF-Truppen in Afghanistan, General David Petraeus, vor Vergeltungsanschlägen gewarnt. Dem Wall Street Journal sagte er, solche Aktionen spielten den Taliban und anderen Extremisten in die Hände. Außerdem könnte die Aktion weltweit eine Welle der Gewalt von erbosten Muslimen nach sich ziehen. (ANN/idea/edp)




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