Religion verliert bei jungen Deutschen an Bedeutung

Shell-Studie-2010

Die Shell-Studie ist als Sachbuch (416 Seiten) im Fischer Taschenbuch Verlag erschienen (ISBN 978-3-596-18857-4).

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.9.2010) Religion spielt für die Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland eine untergeordnete Rolle. Das geht aus der 16. Shell-Jugendstudie hervor, die am 14. September in Berlin vorgestellt wurde. Dazu wurden rund 2.600 Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt. Für etwa jedes vierte Mitglied der beiden großen Kirchen hat der Gottesglaube eine besonders wichtige Bedeutung im Leben - für 27 Prozent der katholischen und 23 Prozent der evangelischen Jugendlichen. Eine weit größere Rolle spielt Religion bei jungen Menschen ausländischer Herkunft: Für 67 Prozent ist der Glaube an Gott besonders wichtig. Zu dieser Gruppe gehören neben orthodoxen Christen vor allem Muslime. Die Bedeutung christlicher Religiosität gehe weiter zurück, führe jedoch in der Regel nicht in die Konfessionslosigkeit, so die Studie. Viele westdeutsche Jugendliche wollten sich eine letzte Rückversicherung bei der Religion erhalten, während viele Ostdeutsche mit diesem Kapitel schon seit längerem abgeschlossen hätten.

Gottesverständnis wandelt sich
Deutlich abgenommen habe bei katholischen wie evangelischen Jugendlichen ein Gottesverständnis, das "in klassisch-christlicher Weise ein persönliches Gegenüber Gottes ausdrückt". 32 Prozent der jungen Katholiken und 26 Prozent der Protestanten glauben der Studie zufolge an einen persönlichen Gott; dagegen haben 57 Prozent der Jugendlichen anderer Religionen kein solches Gottesverständnis. Von den katholischen Jugendlichen könne man 54 Prozent als religiös einstufen, heißt es. 2006 waren es noch 63 Prozent. Auch bei evangelischen Jugendlichen ging der Anteil der Religiösen zurück - von 52 auf 49 Prozent. Deutlich zugenommen hat dagegen der Anteil religiöser Jugendlicher außerhalb des Christentums - von 72 auf 81 Prozent.

13 Stunden pro Woche online
Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Das Internet ist für Kinder und Jugendliche das Massenmedium Nummer eins. 96 Prozent haben einen Internetzugang. Sie sind durchschnittlich 13 Stunden pro Woche online - fast doppelt so lang wie 2002. Meist werde das Internet als soziales Netzwerk genutzt, so die Studie.

Mission verstärken
Auf idea-Anfrage äußerten sich Repräsentanten der kirchlichen Jugendarbeit und der EKD zu den Ergebnissen der Studie. Der designierte Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbandes, Roland Werner (Marburg), sagte, wenn die evangelische Kirche nicht in die Bedeutungslosigkeit abrutschen wolle, müsse sie ihre missionarischen Bemühungen verstärken und neue, kreative Wege entdecken. Werner: "Offensichtlich erreichen wir mit unseren traditionellen Angeboten große Teile der jungen Generation nicht." Thorsten Riewesell (Kassel), Referent beim Deutschen Jugendverband "Entschieden für Christus" (EC), spürt nach eigenen Angaben in seiner Arbeit, dass die Distanz zum christlichen Glauben größer werde. Dies hänge damit zusammen, dass in Familie und Schule über Gott oft nicht mehr gesprochen werde. Riewesell: "Wir müssen es wieder lernen, Gottes Wort so in den Alltag der Jugendlichen zu dolmetschen, dass der christliche Glaube praktisch erlebbar wird."

Wie glaubwürdig sind die Zahlen?
Der Vorsitzende der EKD-Kammer für Bildung, Erziehung, Kinder und Jugend, Prof. Friedrich Schweitzer (Tübingen), sagte, er zweifle an der Gültigkeit der Shell-Studie. Diese pflege seit 25 Jahren ein Vorurteil gegenüber Religion. So gehe die Studie nur sehr oberflächlich auf Fragen nach dem Glauben ein. Die Frage, ob man an Gott glaube, werde gar nicht erst gestellt. Schweitzer verwies auf eine repräsentative EKD-Studie aus dem Jahr 2009. Für diese wurden 11.000 Konfirmanden aus den 22 Landeskirchen der EKD befragt. Danach glauben 85 Prozent der evangelischen Jugendlichen an Gott. Schweitzer: "Dieser Wert steht empirisch auf sehr festen Füßen." (idea)




NEUESTE NACHRICHTEN

Nooke: Verfolgte Christen sind eine Mahnung an uns

("Adventisten heute"-Aktuell, 24.10.2014) Rund 100 Millionen Christen in über 50 Ländern werden wegen ihres Glaubens verfolgt. Ihre Schicksale "erinnern uns daran, was unser Glaube uns heute und... 

mehr
Studienanleitung zur Bibel erstmalig neu gedruckt

("Adventisten heute"-Aktuell, 24.10.2014) Zum ersten Mal - soweit bekannt ist - hat der Advent-Verlag ein "Sabbatschulheft", nämlich die Standardausgabe für das laufende Vierteljahr 4/2014 (Der... 

mehr
Kein SED-Mitglied in Gemeindevertretung Friedensau zur DDR-Zeit

("Adventisten heute"-Aktuell, 24.10.2014) "Im Juni 1945 erlaubte die Sowjetische Militäradministration (SMAD) die Gründung von politischen Parteien", schreibt der frühere Direktor des... 

mehr
Internet: Sozial Benachteiligte Jugendliche anfälliger für Missbrauch

("Adventisten heute"-Aktuell, 24.10.2014) Das Internet ist zum selbstverständlichen Bestandteil des Lebens von Kindern und Jugendlichen geworden. Für ihre Persönlichkeitsentwicklung spielt es neben... 

mehr
Ostukraine: Entführer Adventistenpastor ist wieder frei

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.10.2014) Der am 27. September in der Ostukraine entführte Adventistenpastor Sergei Litovchenko [wir berichteten ] ist wieder in Freiheit. Das teilte der... 

mehr
Adventisten stimmen 2015 über Frauenordination ab

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.10.2014) Die Delegierten der Jahressitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung in Silver Spring, Maryland/USA, haben am 14. Oktober... 

mehr
Hochschule Friedensau verleiht 47 Absolventen akademische Grade

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.10.2014) "Je älter ich werde, umso mehr Fragen habe ich", sagte Professorin Dr. Sigrid James in ihrer Festansprache zur Verleihung der... 

mehr
16 Adventisten unter den 4.000 Ebola Todesfällen in Westafrika

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.10.2014) Mehr als 4.000 Personen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO an der vor allem in den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra... 

mehr
Weltweit 18,1 Millionen Adventisten

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.10.2014) "Es ist einfach, Menschen zu taufen, aber viel schwieriger, sie in der Kirche zu behalten", sagte Pastor G. T. Ng, Exekutivsekretär der Weltkirchenleitung,... 

mehr
 

NEUERSCHEINUNGEN

Glauben heute - 2014

Jahrespräsent für Leserkreismitglieder - hgg. von Elí Diez-Prida 



 104 Seiten
Paperback
14 x 21 cm
erschienen 2014
€ 7,80
Leserkreis-
Mitglieder
kostenlos
(Nachbestellungen:
€ 7,80)
Best.-Nr....

mehr  mehr

Lasst uns miteinander reden. Jan Paulsen geht auf junge Adventisten ein

von Jan Paulsen 



 176 Seiten
Paperback
14 x 21 cm
ersch. 2014
€ 13,80
Leserkreis-
Mitglieder
€ 7,80
Best.-Nr. 1943      

mehr  mehr

Mit Leid umgehen - Und was hat Gott mit unseren Leiden zu tun?

von Roberto Badenas



 224 Seiten
Paperback
14 x 21 cm
ersch. 2014
€ 15,80
Leserkreis-
Mitglieder
€ 10,80
Best.-Nr. 1937      

mehr  mehr