Sollten Christen bei Facebook aktiv sein? (Pro und Kontra)

Facebook-Film

Der Film "The Social Network" über den Gründer des Netzwerkes "Facebook" fasziniert viele Kinobesucher.

("Adventisten heute"-Aktuell, 29.10.2010) Gegenwärtig fasziniert viele Kinobesucher der Film "The Social Network" über den Gründer des Netzwerkes "Facebook": Mark Zuckerberg. Weltweit sind mehr als 500 Millionen bei "Facebook". In Deutschland zählt es bereits 11,9 Millionen Nutzer. Sollten auch Christen auf diese Möglichkeit zurückgreifen, Freundschaften zu pflegen? Dafür ist Kerstin Haack (Berlin), Autorin und Verlegerin des christlichen Verlages Down to Earth. Dagegen spricht sich aus Stefan Piasecki, Professor für Soziale Arbeit an der CVJM-Hochschule in Kassel.

PRO: Dialog bereichert
Ja, mich gibt es auf Facebook. Privat tausche ich dort Neuigkeiten und Persönliches mit Freunden aus. Auf meiner beruflichen Facebook-Seite kommuniziere ich mit Menschen, die mich als Autorin, Verlegerin und Coach kennen.

Ja, Facebook ist ein riesiger Marktplatz. Nicht alles ist für jeden wertvoll. Doch dort, wo Oberflächliches angeboten wird, muss man ja nicht stehenbleiben.

Sollten Christen hier aktiv sein? Gott sei Dank hat Jesus die Frage nach dem, was "man" tun sollte, auf zwei Aspekte reduziert: Gott und Menschen lieben.

Ja, bei Facebook kann man Menschen lieben. Man liebt, indem man Anteil an dem nimmt, was Freunde, Patenkinder und Kollegen bewegt, ihre Freuden und Sorgen teilt, ihre Kinder heranwachsen sieht und ihre Kunst bewundert. Auch indem man selbst Wertvolles beiträgt.

Ja, bei Facebook aktiv zu sein, kann die Liebe zu Gott vertiefen, weil offener Dialog Demut lehrt. Facebook ist nichts für Menschen, die einseitig ihre - durchaus wertvollen - Botschaften vermitteln wollen. Sie sollten besser eine herkömmliche Internetseite pflegen oder sich auf eine Seifenkiste stellen. Bei Facebook ist Gespräch gefragt. Wer nicht zuhören kann, braucht auch nichts zu sagen.

Dialog bereichert. Ich gebe auf Facebook Einblick in Projekte und erhalte Feedback. Manchmal schmerzhaft ehrlich. Das bringt mich weiter: In ein Buch über Vergebung z. B. flossen viele Gedanken meiner Freunde ein.

Ja, in einer globalisierten Welt hilft Facebook, Beziehungen zu pflegen. Wenn möglich, sind direkte Begegnungen bei einer Tasse Kaffee am schönsten. Mich bei Facebook dazu verabreden? Ja, gern.

 

KONTRA: Mir ist das direkte Gespräch lieber
Ich bin nicht bei Facebook, und auf absehbare Zeit werde ich mich dort auch nicht registrieren. Warum? Lehne ich Technik ab? Nein, als Freund und Nutzer der modernen technologischen Vielfalt ist mir jene Technologie am liebsten, die mich schnell und umfassend informiert. Gerade zu Recherchezwecken ist das Internet aber - abgesehen von einem ersten Überblick - nur begrenzt geeignet. Nicht alles ist online zu finden, und nicht alles, was zu finden ist, ist authentisch. Als Wissenschaftler kommt man an der echten Welt also nicht vorbei. Und will man echte Kontakte und Menschen, die man befragen und mit denen man sich verabreden und auch "in echt" lachen und schimpfen kann, wirklich missen?

Viele nutzen Facebook gar nicht aktiv, sie verbringen nur ihre Zeit dort, indem sie hin und her klicken, über private Infos und Bilder anderer staunen und dabei ihre Zeit verlieren. Mir ist das direkte Gespräch lieber und notfalls der Griff zum Telefon. Falls mir die Nummer fehlt, nutze ich natürlich das Internet. Aber ich sammle meine Kontakte nicht auf Facebook wie andere ihre Fußballkarten. Damit würde ich den realen Menschen hinter den Bytes auch gar nicht gerecht.

Und die Christensicht? Ist Facebook nicht etwas, wo man einfach dabei sein MUSS? Christen sollen sich selbst verändern und die Umstände prüfen (Römer 12,1). Dies schließt eilfertige und unkritische Unterwerfung unter die Technik aus. Christen, die sich nur in der virtuellen Realität bewegen, verkennen Jesu Auftrag. Der Christ lebt mit und bei den Menschen, so wie Jesus Christus bei den Armen, Beladenen und Entstellten wohnte - und nicht im virtuellen Raum. Die vermeintliche klinische Reinheit und Distanz des Internets wird der lebendigen und vielfältigen Schöpfung nicht gerecht. (idea)




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