Beckstein gegen Vermischung von Politik und Religion

Guenther Beckstein

Von 1993 bis 2007 war Dr. Günther Beckstein bayerischer Staatsminister des Innern sowie von 2007 bis 2008 bayerischer Ministerpräsident. (Foto: Christian Horvat/Wikipedia)

("Adventisten heute"-Aktuell, 5.11.2010) Vor einer kirchlichen Vermischung von Politik und Religion hat der stellvertretende Präses der EKD-Synode, Ministerpräsident a. D. Günther Beckstein (CSU), gewarnt. "Eine Kirche, die sich in den Bereich der weltlichen Macht begibt, gibt ihre Identität auf. Entweder sie strebt einen Gottesstaat an, mit allen bekannten Gefahren für die Freiheit, die wir aus Geschichte und Gegenwart kennen. Oder sie wird weltlich und vergisst ihre geistlichen Anliegen. Diese Gefahr ist aufgrund der Neigung der Kirchen, sich zu allem und jedem zu äußern, die größere." Das sagte Beckstein bei einer Veranstaltung des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CSU am 25. Oktober in München.

Gegen eine Vermischung von Politik und Religion spreche auch, dass ein Staat, der sich in religiöse Belange einmische, zu weltanschaulicher Intoleranz neige. Deshalb sollte an der vom Reformator Martin Luther (1483-1546) formulierten "Zwei-Reiche-Lehre" festgehalten werden, die zwischen kirchlicher und weltlicher Regierungsweise unterscheidet. Sie sei ein freiheitsförderndes Element, so Beckstein. Dieser Gedanke spiele auch in der Auseinandersetzung mit dem Islam eine wichtige Rolle.

Christentum soll Leitkultur bleiben
Ferner plädierte er dafür, am  Christentum als Leitkultur in Deutschland festzuhalten. Es beruhe auf der Überzeugung, dass jeder Mensch die gleiche Würde vor Gott und den Menschen habe, "weil jeder im selben Maß Ebenbild des liebenden Gottes ist". Zusammen mit den Einflüssen aus griechischer und römischer Antike sowie aus Judentum, Humanismus und Aufklärung ergäben sich unverzichtbare Grundrechte wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Freiheit der Meinungsäußerung und die Religionsfreiheit.

Die Väter und Mütter des Grundgesetzes hätten vor 60 Jahren kein neues Menschenbild oder Wertegerüst geschaffen, sondern aufgegriffen, "was nach Überzeugung aller im Angesicht der Gräuel des Nationalsozialismus wieder Geltung erlangen musste". Dies werde durch den Gottesbezug in der Präambel des deutschen Grundgesetzes und in der Präambel der Bayerischen Verfassung belegt. (idea)




NEUESTE NACHRICHTEN

Ein großer Erfolg: der 1. Kongress adventistischer Frauen in der EUD

("Adventisten heute"-Aktuell, 19.9.2014) "Es waren fantastische und bereichernde Tage. Und gut organisiert." "Es war ein segensreicher und wunderbarer Kongress. Und das schöne Gefühl zu dieser... 

mehr
Westafrika: Ebola lähmt auch das kirchliche Leben

("Adventisten heute"-Aktuell, 19.9.2014) Die Ebola-Epidemie breitet sich in Westafrika immer weiter aus. Inzwischen hat das Virus nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund... 

mehr
Ist der Islam eine Religion des Friedens oder der Gewalt?

("Adventisten heute"-Aktuell, 19.9.2014) Terrororganisationen wie der "Islamische Staat" (IS) im Irak und in Syrien oder Boko Haram in Nigeria berufen sich bei ihren Gräueltaten wie Hinrichtungen,... 

mehr
Adventistischer Studentenkongress stärkt den Glauben an den Schöpfer

("Adventisten heute"-Aktuell, 19.9.2014) Wissenschaft, Vernunft und Glaube schließen sich nicht aus, sondern müssen zusammen gedacht werden. Das war das Ergebnis des Studentenkongresses AMICUS der... 

mehr
Start der Paket-Aktion 2014 "Kinder helfen Kindern!"

("Adventisten heute"-Aktuell, 19.9.2014) Zum 15. Mal startet am 20. September diesen Jahres die "Aktion Kinder helfen Kindern!" Die Initiative der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe... 

mehr
Tag der offenen Tür beim Medienzentrum STIMME DER HOFFNUNG

("Adventisten heute"-Aktuell, 19.9.2014) Am Sonntag, 28. September 2014, öffnet das Medienzentrum STIMME DER HOFFNUNG in der Zeit von 11 bis 17 Uhr bereits zum 5. Mal seine Türen für die... 

mehr
In Mossul werden Kirchen zu Moscheen umgewandelt

("Adventisten heute"-Aktuell, 12.9.2014) Kirchen in der nordirakischen Großstadt Mossul, die Mitte Juli von der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) besetzt wurde, werden in Moscheen umgewandelt.... 

mehr
Freie evangelische Gemeinden im Zweiten Weltkrieg

("Adventisten heute"-Aktuell, 12.9.2014) Den Einmarsch der deutschen Wehrmacht am 1. September 1939 in Polen habe die frühere Gemeindezeitschrift "Der Gärtner" des Bundes Freier evangelischer... 

mehr
Adventisten studieren den Jakobusbrief im 4. Quartal 2014

("Adventisten heute"-Aktuell, 12.9.2014) Drei Monate lang, von Oktober bis Dezember, studieren die Siebenten-Tags-Adventisten weltweit den Jakobusbrief im Neuen Testament während des ersten Teils... 

mehr
Mit der Bibel lesen und schreiben lernen

("Adventisten heute"-Aktuell, 12.9.2014) In Papua-Neuguinea können Häftlinge im Gefängnis lesen und schreiben lernen. Als Hilfsmittel setzt die Bibelgesellschaft dazu die Heilige Schrift ein. In... 

mehr
Weet-Bix: erneut vertrauenswürdigste Frühstücksnahrung

("Adventisten heute"-Aktuell, 5.9.2014) Laut der jährlichen, unabhängigen Befragung von 3000 Konsumenten durch Australian Reader's Digest wurde Weet-Bix (Vollkorn Müsli-Riegel), der Firma Sanitarium... 

mehr
 

NEUERSCHEINUNGEN

Sinn entstellt. Was meinten Jesus und die Apostel wirklich?

von Richard L. Litke



  128 Seiten
Paperback
14 x 21 cm
ersch. 2014
€ 11,80
Leserkreis-
Mitglieder
€ 8,80
Best.-Nr. 1942       mehr  mehr

Adventhoffnung für Deutschland. Die Mission der Siebenten-Tags-Adventisten von Conradi bis heute

Daniel Heinz / Werner E. Lange (Hg.) 



  304 Seiten
Paperback
16 x 22,4 cm
ersch. 2014
€ 23,80
Leserkreis-
Mitglieder
€ 16,80
Best.-Nr. 1941      
   

mehr  mehr

Mission in Großstädten

von Ellen G. White



 224 Seiten
Paperback
14 x 21 cm
ersch. 2014
€ 11,80
Best.-Nr. 1548        

mehr  mehr