Internationaler Jahresbericht 2010 zur Religionsfreiheit

Hillary Clinton

US-Außenministerin Hillary Clinton. (Foto: United States, Department of State)

("Adventisten heute"-Aktuell, 26.11.2010) Im internationalen Jahresbericht 2010 zur Religionsfreiheit, der am 17. November veröffentlicht wurde, bestätigt die US-Außenministerin, Hillary Clinton, der Schweiz und Deutschland konstruktive Anstrengungen zum Schutz der Religionsfreiheit.

"Das Recht, glauben oder nicht glauben zu dürfen ohne Furcht vor Übergriffen seitens der Regierung, ist ein grundlegendes Menschenrecht", heißt es im Bericht. Die Religionsfreiheit soll geschützt und gefördert werden, indem Handlungen der Regierungen zur Einschränkung der Religionsfreiheit, so wie das passive Tolerieren von Gewalt gegenüber religiösen Gemeinschaften, aufgelistet und publiziert wird.

Fortschritte und Mängel in Deutschland
Der deutschen Regierung bescheinigt der US-Jahresbericht, dass sie positive Anstrengungen unternommen habe, um die Integration der Muslime und anderer Minderheiten zu fördern. Es gäbe aber weiterhin Besorgnis bezüglich religiöser Minderheiten, wie Muslimen, Scientologen und Zeugen Jehovas.

Der Bericht bemängelt, dass jüdische Friedhöfe geschändet und muslimische Gemeinschaften gesellschaftlich diskriminiert wurden, wenn sie eine Moschee bauen wollten.

Die kirchlichen Sektenbeauftragten werden kritisiert, weil sie die Öffentlichkeit über Gefahren informierten, die ihres Erachtens von religiöse Minderheiten (Vereinigungskirche, Scientology, Universelles Leben, Transzendentale Meditation) ausgingen. Trotz des Beschlusses des deutschen Bundesverwaltungsgerichts von 2007, wonach der "Sekten-Filter" rechtswidrig und diskriminierend sei, begegneten ihm Scientologen bei Bewerbungsunterlagen für Arbeit und Aufnahme in politische Parteien und würden deshalb diskriminiert.

Positiv wird vermerkt, dass Politiker Diskriminierung thematisierten und Integrationsbemühungen unterstützten. Den Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts (KdöR) hätten ca. 180 religiöse Gruppierungen, darunter die Evangelische und Römisch Katholische Kirche, die jüdische Gemeinde, die Mormonen, Siebenten-Tags-Adventisten, Mennoniten, Baptisten, Methodisten, Christliche Wissenschaft und die Heilsarmee. Den Zeugen Jehovas sei der KdöR-Status in zwölf Bundesländern zugestanden worden, Nordrhein-Westfalen habe ihn jedoch verweigert.

Die muslimischen Gemeinschaften bildeten hinsichtlich der KdöR-Anerkennung eine Ausnahme, heißt es im Bericht. Der Staat stehe zwar einer Anerkennung positiv gegenüber, die verschiedenen muslimischen Gemeinschaften erfüllten aber die Voraussetzung eines einzigen muslimischen Ansprechpartners nicht, mit dem die Regierung verhandeln könnte.

Fortschritte und Mängel in der Schweiz
Der US-Bericht hält fest, dass die Annahme der Minarett-Initiative im November 2009 eine Einschränkung der Religionsfreiheit bedeute. Es wird auch der Beschluss der Parlamentarischen Versammlung des Europarates erwähnt, der im Juni 2010 die Schweizer Regierung aufforderte, den neuen Verfassungsartikel, der den Bau vom Minaretten in der Schweiz verbietet, außer Kraft zu setzen, weil er Muslime diskriminiere. Es wird ferner bemängelt, dass als "fundamentalistisch" eingestuften Imamen die Aufenthaltsbewilligung verweigert oder dass keine Baubewilligungen für muslimische Friedhöfe erteilt wurden.

Eine Quote für ausländische Missionare sei für 2011 erlassen worden und ab 2012 dürften "religiöse Arbeiter" von Organisationen nicht mehr einreisen, wenn sie keine theologische Ausbildung abgeschlossen hätten und nicht durch die Gastorganisation finanziert würden. Diese Bestimmung betreffe im Besonderen die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen).

Positiv wird vermerkt, dass die Schweizer Armee auf Grund der Zunahme von muslimischen Dienstpflichtigen, Richtlinien zum Umgang mit speziellen Essens- und religiösen Vorschriften erlassen habe.

Von der "Dokumentation zum Thema Religion für Angehörige der Armee", profitieren auch adventistische und jüdische Militärdienstleistende, weil ihnen Urlaub aus religiösen Gründen, zur Einhaltung des Sabbats, bereits zum Ruhetagsbeginn am Freitagabend gewährt werden kann. (APD)




NEUESTE NACHRICHTEN

Rückblick auf San Antonio 2015 ("Adventisten heute" 9/2015)

("Adventisten heute"-Aktuell, 4.9.2015) Im Mittelpunkt der September-Ausgabe von "Adventisten heute", der Gemeindezeitschrift der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, steht ein... 

mehr
ADRA Slowenien lieferte Hilfsgüter per Flugzeug nach Lesbos

("Adventisten heute"-Aktuell, 4.9.2015) Am 28. August hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Slowenien 2,5 Tonnen Hilfsgüter für Flüchtlinge per Flugzeug auf die griechische... 

mehr
Zweitgrößte Freikirche: Flüchtlinge als Chance sehen

("Adventisten heute"-Aktuell, 4.9.2015) Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) hat dazu aufgerufen, dem Zustrom an Flüchtlingen "nicht angstbesetzt zu begegnen", sondern darin eine Chance... 

mehr
Sex vor der Ehe? Warum Christen warten sollten

("Adventisten heute"-Aktuell, 4.9.2015) Christen sollten auf Sex vor der Ehe verzichten. Dafür wirbt der Jugendreferent des evangelischen Fachverbandes für Sexualethik und Seelsorge Weißes Kreuz,... 

mehr
Die digitale Revolution erobert die Schulen (Kommentar)

("Adventisten heute"-Aktuell, 4.9.2015) Die digitale Bildung an deutschen Schulen zu verbessern, ist ein politisches Ziel der Bundesregierung und der Länder. Auch die Kirchen haben offenbar wenig... 

mehr
Waldenser: Zurückhaltende Antwort auf Vergebungsbitte des Papstes

("Adventisten heute"-Aktuell, 28.8.2015) Die bis heute tagende Synode der Waldenser hat laut Kathpress, Katholische Presseagentur Österreich, Papst Franziskus für die Bitte um Verzeihung gedankt.... 

mehr
ADRA Serbien hilft Flüchtlingen

("Adventisten heute"-Aktuell, 28.8.2015) Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Serbien eröffnete am 24. August gemeinsam mit andern NGOs beim Eisenbahn- und Busbahnhof im... 

mehr
Ein buddhistischer Mönch wird Christ

("Adventisten heute"-Aktuell, 28.8.2015) In Tibet ist ein früherer buddhistischer Lehrer zum Christentum übergetreten. Inzwischen hat er eine Gemeinde gegründet und 27 Landsleute zum Glauben an... 

mehr
Der "Islamische Staat" plant eine Endzeitschlacht

("Adventisten heute"-Aktuell, 28.8.2015) Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) strebt die Weltherrschaft an. Das geht aus einem Strategiepapier hervor, das in Pakistan entdeckt wurde.... 

mehr
Muslimischer Autor: Der Islam bietet ein "verheerendes Bild"

("Adventisten heute"-Aktuell, 28.8.2015) Nach Ansicht des muslimischen Schriftstellers und Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels, Navid Kermani (Köln), bietet der Islam gegenwärtig ein... 

mehr
Böses Erwachen für Ehebrecher

("Adventisten heute"-Aktuell, 28.8.2015) Für Kunden einer Online-Seitensprung-Agentur gibt es ein böses Erwachen. Darunter sind auch evangelikale Christen aus den USA und wahrscheinlich Angestellte... 

mehr
Weet-Bix erneut vertrauenswürdigste Frühstücksnahrung

("Adventisten heute"-Aktuell, 21.8.2015) Laut der jährlichen, unabhängigen Befragung durch Reader's Digest von 3.000 Konsumenten in Australien sowie 1.211 in Neuseeland wurde Weet-Bix (Vollkorn... 

mehr
HOPE Channel TV in HD-Qualität / und auf "Samsung Smart TV"

("Adventisten heute"-Aktuell, 21.8.2015) Ab 1. September 2015 ist HOPE Channel TV in HD-Qualität über Satellit zu sehen. Der Spartensender zeigt täglich 24 Stunden Programm: Gottesdienste, Talk-,... 

mehr
ADRA unterrichtet Kinder im Flüchtlingslager Baharka im Nordirak

("Adventisten heute"-Aktuell, 21.8.2015) Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Kurdistan unterrichtet und beschäftigt als einzige Nichtregierungsorganisation in den heißen... 

mehr
Dr. John Graz, Experte für Religionsfreiheit, tritt in den Ruhestand

("Adventisten heute"-Aktuell, 21.8.2015) Dr. John Graz, Direktor für Außenbeziehungen und Religionsfreiheit (Public Affairs and Religious Libery PARL) der adventistischen Weltkirchenleitung ist nach... 

mehr
Darf man Bibeltexte in der Werbung einsetzen?

("Adventisten heute"-Aktuell, 21.8.2015) Immer mehr Firmen versuchen, mit verfremdeten Bibeltexten die Aufmerksamkeit von Kunden zu wecken. Bei der Bild-Zeitung hieß der Slogan einer Kampagne "Dein... 

mehr
 

NEUERSCHEINUNGEN

Das Beste kommt noch! - Warum ich an ein ewiges Leben glaube

von William G. Johnsson



 144 Seiten
Paperback
11 x 18 cm
Erschienen 2015
€ 6,90
Leserkreis-
Mitglieder:
€ 4,90
Best.-Nr. 1946    mehr  mehr

Mein frühes Leben und Wirken - Autobiographie bis 1863

von Ellen G. White



 256 Seiten
Paperback
14 x 21 cm
ersch. 2015
€ 15,80
(Leserkreismitglieder:
€ 11,80)
Best.-Nr. 1947     
  

mehr  mehr

Der Knotenpunkt. Die Geschichte einer neuen Gemeinde

von Heike Steinebach



  144 Seiten
Paperback
14 x 21 cm
ersch. 2015
€ 12,80
Leserkreis-
Mitglieder
€ 9,80
Best.-Nr. 1949       ...

mehr  mehr