Rückbesinnung auf das Wesentliche? (Jahressitzung der FiD in Freudenstadt)
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("Adventisten heute"-Aktuell, 10.12.2010) Bei der diesjährigen (regulären) Sitzung des Leitungsausschusses der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland (FiD), die am 6. und 7. Dezember 2010 in Freudenstadt stattfand, gab es neben den klassischen Agendapunkten wie Personalanliegen, Anpassung der Arbeits- und Finanzrichtlinien und Berichte der Abteilungen und Institutionen ein Thema, das alles andere überragte: die Besprechung des Dokumentes "Quo vadis, Adventgemeinde?". Quo vadis, FiD? Welche geschichtlichen Entwicklungen hat unsere Freikirche genommen und was bedeuten sie? Worin besteht die adventistische Identität? Welche Rolle spielen Strukturen im Prozess der Veränderungen? Zu diesen und anderen grundsätzlichen Fragen hatte der so genannte Beirat "Zukunftsperspektiven" ein Gesprächspapier erarbeitet, das allerdings in die adventistische (und Welt-)Öffentlichkeit durchs Internet gelangte, bevor sich der Leitungsausschuss der FiD damit auseinandersetzen konnte ("Adventisten heute"-Aktuell berichtete am 4.6.2010). So viel Aufmerksamkeit erlangte keine der vorausgegangenen Arbeitshilfen ("Handreichungen"), die der Beirat erarbeitet hatte. So viel Kritik auch nicht - sachliche wie auch verletzende. Bei so viel Spannung im Vorfeld fiel die Atmosphäre umso wohltuender auf, die während der Aussprachen herrschte. Sie war vom spürbaren Bemühen geprägt, einander zu respektieren und aufeinander zu hören (die Moderatoren bescheinigten den Teilnehmern eine "hohe Gesprächskultur"). Und dies nicht nur bei diesem Thema, sondern während der gesamten Sitzungszeit (eineinhalb Tage). Nach der halbtägigen Aussprache über das Papier, an der auch zwei Beiratsmitglieder teilnahmen, ging es darum, eine Stellungnahme abzugeben und zu klären, wie mit den offenen Grundsatzfragen vorzugehen sei. Mit einer Zweidrittelmehrheit wurde beschlossen, den Entwurf des Beirats nicht weiter zu bearbeiten und auch nicht als offizielles Dokument der Freikirche zu verabschieden. In der Stellungnahme, die hier abrufbar ist und in der Januar-Ausgabe von "Adventisten heute" erscheint, werden einige der offenen "Problemfelder" genannt: die rechte Glaubensvermittlung an unsere Kinder, die Suche nach der "theologischen Mitte" und nach der bestmöglichen Struktur unserer Organisation, sowie das Spannungsfeld zwischen Einheit und Vielfalt. Leider ist die jährliche FiD-Sitzung anscheinend nicht der Ort, wo man über diese Grundsatzfragen nachdenken kann - die gedrängte Agenda lässt kaum Pausen zum Lüften der Räume, geschweige denn der Köpfe zu. Aus diesem Grund werden sich die Vorstände der Freikirche bei ihrer nächsten Klausurtagung in wenigen Wochen weiter damit befassen. Personalwechsel
Berichte Betroffenheit löste der Bericht von Jugend-Abteilungsleiter Martin Knoll (Hannover) über die Arbeit im Bereich "Sexueller Gewalt begegnen" aus. Sowohl er als auch die anderen Mitglieder des Fachbeirats werden immer wieder mit Fällen sexuellen Missbrauchs in den Reihen der Freikirche konfrontiert. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland jährlich ca. 15.000 Kinder unter 14 Jahren sexuell missbraucht werden (die Dunkelziffer schätzt man bei 150.000 bis 300.000!), so ist von fünf bis zehn Betroffene pro Vereinigung auszugehen (bzw. von einer Dunkelziffer von einem Missbrauchsopfer je 33 Gemeindeglieder)! Sehr erfreulich war der Bericht über die Resonanz auf die "Nimm Jesus"-Gutscheinhefte mit den Angeboten für Korrespondenzkurse zu Gesundheitsthemen (DVG Ostfildern) bzw. biblischen Themen (IBSI, Alsbach-Hähnlein). Rückbesinnung aufs Wesentliche Am Schluss der oben genannten Erklärung wird auf den "Aufruf zur Erweckung und Reformation" der Weltkirchenleitung hingewiesen (Näheres in der Januar-Ausgabe von "Adventist World"). Diese Besinnung auf die geistliche Komponente (Erweckung und Reformation) und eine Konzentration auf den Missionsauftrag (Projekt "Offene Türen" und Großevangelisation HERBST 2011) - beides zusammen könnte die beste Antwort auf einige der im Zusammenhang mit dem Papier "Quo vadis, Adventgemeinde?" offen gebliebenen Fragen sein! (edp)
Draußen kalt, drinnen herzlich - Einige Impressionen von der FiD-Sitzung 2010 (Fotos: edp) |
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