Glaubensgespräche: Viele Christen sind sprachlos

Jugendliche im Gespräch

Den Gesprächspartner kennen, wertschätzen und lieben - das sind nach Jürgen Werth entscheidende Voraussetzungen, damit Kommunikation funktioniert. (Foto: MEV)

("Adventisten heute"-Aktuell, 21.1.2011) "Eine gewisse Sprachlosigkeit über den Glauben" herrscht in vielen Gemeinden des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden). Das hat der Leiter des Dienstbereichs Mission der Freikirche, Christoph Stiba (Wustermark-Elstal bei Berlin), bei Gemeindebesuchen festgestellt. Ähnliche Ergebnisse zeigten auch Umfragen der Landesverbände in der mit rund 83.000 Mitgliedern größten deutschen Freikirche.

Wenn man die Sprach- und Kommunikationsfähigkeit nicht wiedergewinne, seien missionarische Bemühungen der Gemeinden aussichtslos, sagte Stiba gegenüber idea am Rande der "Impulstagung Mission 2011: Sag' was! Den Glauben zur Sprache bringen", die vom 17. bis 19. Januar in Schmitten-Dorfweil (Taunus) stattfand.

Auf frommes Vokabular verzichten
Damit Kommunikation funktioniere, sei es am wichtigsten, sein Gegenüber zu kennen, wertzuschätzen und zu lieben, riet der Direktor von ERF Medien und Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Werth (Wetzlar). Ob jemand erfolgreich kommuniziere, hänge zu 85 Prozent von seiner Persönlichkeit ab und zu 15 Prozent von seinem Fachwissen. Werth machte Mut, auf frommes Vokabular im Gespräch über den christlichen Glauben zu verzichten und zu versuchen, den Glauben auch in anderen Bildern auszudrücken. Zugleich räumte er ein, dass sich das Heilige nur bedingt in der Alltagssprache ausdrücken lasse: "Die Bibel bleibt die Bibel. Manches kann ich nicht übertragen in eine Sprache, die sich über Twitter veröffentlichen lässt."

Evangelistin: Suchbewegung der Herzen
Die Referentin für Evangelisation der Evangelischen Kirche im Rheinland, Christina Brudereck (Essen), vertrat die Ansicht, dass viele Menschen heute eine Sehnsucht nach dem Heiligen in sich trügen, aber keine Erwartungen an das Christentum hätten. Christen müssten "diese Suchbewegung der Herzen" verstehen. Sie zeige sich auch darin, dass Engel, Elfen und Rosenkränze Hochkonjunktur hätten. Nötig sei "eine Evangelisation im Dialog" mit Respekt für andere Glaubenstraditionen, ohne Triumphalismus, mit Irrtumsfähigkeit und Humor. (idea)




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