Professor Friedbert Ninow neuer Rektor der Hochschule Friedensau

Prof. Ninow bei der Einführung als Rektor

Professor Dr. Friedbert Ninow ist der neue Rektor der Th. Hochschule Friedensau bei Magdeburg. (Foto: ThH Friedensau)

("Adventisten heute"-Aktuell, 1.4.2011) Professor Dr. Friedbert Ninow (48) wurde am 25. März als neuer Rektor der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg in sein Amt eingeführt. Er erhielt von seinem Vorgänger Professor Johann Gerhardt die Amtskette überreicht. Die Kultusministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Professorin Dr. Brigitta Wolff, sprach Altrektor Gerhardt ihren "tiefsten Dank" für sein Engagement aus.

Lob für das Miteinander
In seiner Antrittsrede lobte der neue Rektor das Miteinander von Studierenden und Lehrenden auf dem Campus. Er schätze die Besonderheit des Ortes, dass Studierende nicht nur eine Studiengemeinschaft bildeten, sondern es ihnen offenstehe, Teil einer Lebensgemeinschaft zu werden. Zu erfahren, wie Menschlichkeit in unterschiedlichen Beziehungen praktiziert werde, sei ein wichtiger Beitrag der Hochschule für die Gesellschaft.

Ninow dankte dem Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt für die hervorragende Kooperation in den zurückliegenden Jahren und der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten für den Unterhalt der Hochschule. Ihr sei es zu verdanken, dass der Campus in den letzten Jahren erfolgreich ausgebaut worden sei. Nun wäre es nach den Worten des neuen Rektors erforderlich, in die Menschen und insbesondere in die Studierenden zu investieren. Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um die Finanzierung der Hochschule bat Ninow den Hochschulträger, über die Bezahlbarkeit der Studiengebühren zu wachen.

Promotionsrecht angestrebt
Es sei sein erklärtes Ziel, die Bemühungen um die Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat fortzuführen und das Promotionsrecht zu erhalten. "Das ist nicht nur ein fundamentaler Aspekt unseres Selbstverständnisses als Hochschule, sondern auch für unsere Kirche von weittragender Bedeutung", so Ninow. Da die adventistische Freikirche aufgrund ihrer Mitgliederzahlen vor allem durch die USA, Lateinamerika und Afrika geprägt sei, werde es immer wichtiger, eine deutliche und kompetente europäische Stimme in den theologischen Diskurs einzubringen. Des Weiteren wolle er die Internationalität der Studiengänge stärken, Kooperationen ausbauen und innovative Konzepte wie "e-learning" und die Idee lebenslangen Lernens nutzbar machen.

Professor Ninow wurde 1961 in Freiburg im Breisgau geboren und graduierte 1989 an der Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, zum Master of Arts in Religion mit den Hauptfächern Altes Testament und Biblische Archäologie. Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Pastor in Augsburg kehrte Ninow zu einem Promotionsstudium an die Andrews Universität zurück und erwarb 2000 den akademischen Grad eines Philosophiae doctor (Ph. D.). Das Kultusministerium von Sachsen-Anhalt berief ihn kürzlich zum Professor für Biblische Archäologie. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

An der Theologischen Hochschule Friedensau ist Ninow seit 1997 in der Abteilung Altes Testament tätig. 2009 wurde er Dekan des Fachbereichs Theologie der Hochschule. In seiner Forschungstätigkeit zur Kulturgeschichte des Ostjordanlandes im heutigen Jordanien widmete sich Ninow seit 1987 als Archäologe insbesondere dem antiken Moab, einem Nachbarstaat Israels im 2. Jahrtausend vor Christus.

Amtsvorgänger Gerhardt: "Er redet druckreif, aber er steht auch dahinter"
Der Amtsvorgänger Professor Johann Gerhardt gibt das Rektorat nach vierjähriger Amtszeit ab. "Ich habe mich bemüht", formulierte er als kurzes Resümee seiner Amtszeit. Die Verdienste, die Prorektor Dr. Edgar Voltmer aufzählte, seien jedoch weitaus umfangreicher: Während seines Rektorats habe Gerhardt eine intensive Vernetzung mit sachsen-anhaltinischen Hochschulen verfolgt und zugleich die Verankerung der Hochschule in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gefestigt. "Er erklärte die Erlangung des Promotionsrechts zum Ziel der Hochschulentwicklung." Mit großer Leidenschaft habe sich Gerhardt für ein Klima der Offenheit und des Vertrauens auf dem Campus eingesetzt und Authentizität gelebt. "Er redet druckreif, aber er steht auch dahinter", beschrieb Voltmer den Altrektor.

Gerhardt, Professor für Pastoraltheologie, war seit 1992 an der Theologischen Hochschule Friedensau tätig. Sein Forschungsinteresse galt dem plötzlichen Ausstieg von Pastoren aus ihrem Beruf, dem religiösen Leben Jugendlicher und ihrer Affinität zur Kirche in der Postmoderne sowie den Ursachen und der Überwindung von angstbesetzten Glaubensvorstellungen. Gerhardt war Dekan des Fachbereichs Theologie, Prorektor und 2007 schließlich Rektor der Hochschule. Mit 67 Jahren tritt er nun seinen Ruhestand an.

"Großes geleistet"
Die Kultusministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Professorin Dr. Birgitta Wolff, würdigte die Verdienste des Altrektors. Insbesondere sein offensiver Kurs zur Qualitätssicherung verdiene hohen Respekt. Die Akkreditierung der Studiengänge durch unabhängige Gutachter habe die Hochschule souverän bewältigt. "Ich spreche Rektor Gerhardt meinen tiefsten Dank aus", erklärte die Ministerin. "Er hat nicht nur für die Hochschule, sondern für das Land Sachsen-Anhalt Großes geleistet." Die internationale Ausrichtung der Hochschule, die sich in einem sehr hohen Anteil von ausländischen Studierenden niederschlage, sei ein Kompliment für das Land. Auch die konfessionelle Verbundenheit der Hochschulangehörigen würdigte die Ministerin als Stärke der Hochschule.

Professor Dr. Armin Willingmann, Präsident der Landesrektorenkonferenz Sachsen-Anhalts, betonte die beruhigende Funktion, die Altrektor Gerhardt in zugespitzten Diskussionen eingenommen habe. "Oftmals hat er einen Wechsel der Perspektive ermöglicht und deeskalierend gewirkt." Willingmann dankte ihm dafür im Namen aller Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt.

Studentenratssprecher Raimund Baum erinnerte, dass Glaube und Wissenschaft Freiheit voraussetzten. Die Freiheit dürfe weder durch Denkverbote noch durch zu hohe Studiengebühren eingeschränkt werden. In der Gestaltung der Freiheit versprach Baum dem neuen Rektor die volle Unterstützung der Studierenden.

Neun Studiengänge im Angebot
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist seit 1990 staatlich anerkannt. An ihr sind rund 160 Studierende eingeschrieben. Sie bietet in den Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen im Zuge des Bologna-Prozesses europaweit vergleichbare Bachelor- und darauf aufbauende Masterstudiengänge an. An der Hochschule sind folgende Studiengänge möglich:

  • Bachelor of Arts Theologie (B.A. - sechs Semester)
  • Master of Arts Theologie (M.A. - vier Semester)
  • Master of Arts Theological Studies (M.T.S. - englischsprachig, vier Semester)
  • Bachelor of Arts Soziale Arbeit (B.A. - sechs Semester)
  • Bachelor of Arts Gesundheits- und Pflegewissenschaften (B.A. - neun Semester)
  • Master of Arts Beratung (M.A. - vier Semester)
  • Master of Arts International Social Sciences (M.A. - englischsprachig, vier Semester)
  • Master of Arts Sozial- und Gesundheitsmanagement (M.A. - berufsbegleitend, sechs Semester)
  • neu: Master of Arts in Musiktherapie (M.A. - berufsbegleitenden, sechs Semester. (APD)




NEUESTE NACHRICHTEN

Adventisten in Österreich wählen neuen Präsidenten

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.5.2013) Anlässlich der alle fünf Jahre stattfindenden Delegiertenversammlung wählten die Vertreter der 49 österreichischen Adventgemeinden und der Pastorenschaft am... 

mehr
Gesundheitsmagazin "Leben und Gesundheit" gründlich erneuert

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.5.2013) Das seit 1929 regelmäßig publizierte Magazin Leben und Gesundheit erscheint ab Mai mit 52 Seiten und neuer Aufmachung alle zwei Monate. Im... 

mehr
Suche nach Werten und Weisheit ist ein Megatrend

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.5.2013) Welche neuen Trends gibt es in Psychotherapie und Seelsorge? Darüber sprach der Psychiater und Psychotherapeut Samuel Pfeifer (Riehen bei Basel), zum Abschluss... 

mehr
Piraten-Partei will den Begriff "Ehe" abschaffen

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.5.2013) Die Piratenpartei zieht mit der Forderung, die Ehe abzuschaffen, in den Bundestagswahlkampf. "Wir Piraten setzen uns dafür ein, dass der Begriff ‚Ehe‘ durch... 

mehr
Adventisten in Dänemark beschließen geschlechtsunabhängige Ordination

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.5.2013) An der Delegiertenversammlung vom 12. Mai haben die Adventisten in Dänemark eine Stellungnahme zur Gleichstellung von Frau und Mann sowie zur Ordination... 

mehr
Größte deutsche Freikirche schrumpft ganz leicht

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.5.2013) Die größte deutsche Freikirche schrumpft weiter. Die Zahl der Mitglieder im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) sank im... 

mehr
Adventisten wählen Freikirchenleitung in Hessen, RP und Saarland

("Adventisten heute"-Aktuell, 10.5.2013) Pastor Norbert Dorotik (58) wurde als Vorsteher der Mittelrheinischen Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Darmstadt in... 

mehr
Antisemitismus: Gewalt gegen Juden nimmt weltweit stark zu

("Adventisten heute"-Aktuell, 10.5.2013) Antisemitische Gewalttaten haben im vergangenen Jahr weltweit um 30 Prozent gegenüber 2011 zugenommen. Die meisten der insgesamt 686 Vorfälle ereigneten sich... 

mehr
Michael Herbst: Wie Christen mit dem Zeitgeist umgehen sollten

("Adventisten heute"-Aktuell, 10.5.2013) Christen sind dazu aufgerufen, die Geister zu unterscheiden. Sie sollten weder alles verurteilen, was jetzt anders ist als früher, noch alles bejubeln, was... 

mehr
"Hoffnung vereint" - Jahreskonferenz der Schweizer Adventisten

("Adventisten heute"-Aktuell, 10.5.2013) Am 4. Mai fand die Jahreskonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz statt. David Jennah, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in der... 

mehr
Viele Adventisten leben in Papua-Neuguinea unverheiratet zusammen

("Adventisten heute"-Aktuell, 10.5.2013) Eine kürzlich durchgeführte Studie über die Ehe in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Papua-Neuguinea habe gezeigt, dass dort unverheiratetes... 

mehr
Europäische Adventisten unterstützen ihre Kirche am großzügigsten

("Adventisten heute"-Aktuell, 10.5.2013) Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten erhebt keine Kirchensteuer, sondern unterhält ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen... 

mehr
 

NEUERSCHEINUNGEN

Ich verstehe Gott nicht! Ich glaube - warum muss ich leiden?

von Gavin Anthony 



 208 Seiten
Paperback
14 x 21 cm
ersch. 2013
€ 14,80
Leserkreis-
Mitglieder
€ 11,80
Best.-Nr. 1932      

mehr  mehr

Freu(n)de, Hoffnung, Malzkaffee. Tischgespräche über Gott und die Welt

von Christian Noack 



 96 Seiten
Paperback
11 x 18 cm
ersch. 2013
€ 4,50
Leserkreis-
Mitglieder:
€ 3,00
Best.-Nr. 1933      

mehr  mehr