Herbstsitzung der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten Adventisten

Evangelisation in den Großstädten

Evangelisation in den Großstädten - das war eines der Hauptthemen während der Herbstsitzung der Weltkirchenleitung der Adventisten und auch Hauptthema der Oktober-Ausgabe von "Adventist World"!

("Adventisten heute"-Aktuell, 14.10.2011) Der Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten kam zur sogenannten "Herbstsitzung" vom 7. bis 12. Oktober im Hauptquartier der weltweiten Kirche in Silver Spring (Maryland, USA) zusammen. Mehr als 200 Mitglieder repräsentierten die etwa 16,5 Millionen starke Weltkirche. Dabei ging es vor allem um evangelistische und organisatorische Anliegen.

Neubelebt durch Gottes Wort
Am 17. April 2012 startet die Aktion "Neubelebt durch Gottes Wort" mit dem Ziel, durch die Zuwendung zur Bibel das Bestreben um Erweckung und Reformation zu unterstützen. Die Gemeindeglieder sind eingeladen, täglich ein Kapitel bis zur nächsten Generalkonferenz-Vollversammlung 2015 in St. Antonio (Texas, USA) zu lesen. "Für eine Beziehung zu Jesus, die das Leben verändert, ist das Bibelstudium nicht optional, sondern fundamental", heißt es in dem Papier für diese Aktion, das von Mark Finley und zwei Mitarbeiterinnen der Generalkonferenz vorgetragen wurde.

Hohe Priorität: evangelistische Arbeit in den Städten
In seiner Sabbatpredigt am 8. Oktober rief Generalkonferenzpräsident Ted Wilson die Vertreter der Weltkirche auf, der evangelistischen Arbeit in den (Groß-)Städten höchste Priorität einzuräumen. Er plädierte für einen umfassenden und nachhaltigen Ansatz: jede Methode soll zur Anwendung kommen, die geeignet ist, die Menschen in den Städten mit dem Evangelium zu erreichen. Die Ortsgemeinden sind natürlich gefragt, aber auch die Buchevangelisten, Jugendteams, Kleingruppen, medizinisch wirkende Missionare, Missionsarbeit von Tür zu Tür, Wohlfahrtsangebote, ADRA, TV- und Internet-Evangelisation, Beratungszentren, Leseräume, Kinderevangelisten, etc.

Der Start soll 2013 in New York sein, wo etwa 19 Millionen aus ca. 800 Sprachgruppen leben. Geplant sei, dass jede der 13 Weltdivisionen Evangelisten nach New York sendet. Danach sollen die mehr als 650 Hauptstädte der Welt in die Planung aufgenommen werden. Für diese Arbeit werde man Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich Gesundheitsevangelisation anbieten.

Gebebereitschaft bleibt konstant
Trotz der weltweit angespannten wirtschaftlichen Lage seien die Treue bei der Abgabe des Zehnten und die Gebebereitschaft für die Mission konstant. Jeden Sabbat spendeten die Adventisten im Jahr 2010 durchschnittlich 40 Millionen US-Dollar, was eine jährliche Summe von 2 Milliarden US-Dollar ausmacht. Einer der Schatzmeister der Weltkirchenleitung, Juan Prestol, bezeichnet dies als ein Wunder, "denn niemand bedrängt unsere Gemeindeglieder dazu. Sie geben freiwillig, weil Gott sie dazu bewegt, es zu tun. Das ist ein beeindruckendes Zeugnis gerade in dieser wirtschaftlich turbulenten Zeit."

Dieser Betrag, der Zehnten und Missionsgaben umfasst, dient nur zu einem kleineren Teil (166,7 Millionen US-Dollar) der Finanzierung der Kirchenverwaltung. Ein Drittel der Einnahmen wird in die Missionsarbeit investiert, besonders im 10/40-Fenster-Gebiet. Weniger Zuwendungen werden beispielsweise die Loma Linda University, die Interamerikanische und die Südamerikanische Division erhalten, weil inzwischen nicht die Anzahl der Gemeindeglieder einer Region ausschlaggebend sei, erst recht nicht, wenn sie finanzstark seien, sondern die unerreichten Gebiete der Welt - besonders Nordafrika, Mittlerer Osten und Asien - höhere Priorität hätten, meinte der Schatzmeister der Weltkirche, Robert E. Lemon.

Das Zehntenaufkommen stieg im Nordamerika bis August 2011 um 3,5 Prozent im Vergleich zu Vorjahr, außerhalb Nordamerikas betrug die Steigerung 17 Prozent, wobei diese Steigerung nicht nur dem Wechselkursvorteil zuzuschreiben sei, sondern auch einer "substantiellen Erhöhung" der abgegebenen Zehnten. 

Gliederstatistik korrekturbedürftig
Die Führung der Generalkonferenz bat die Leiter der Divisionen erneut darum, die Gliederstatistik sorgfältig zu überprüfen und die Gliederlisten zu bereinigen. Es werde niemandem eine Täuschungsabsicht unterstellt, meinte der Leiter der Abteilung Archive und Statistik, David Trim, aber während der nächsten fünf Jahre sollte eine Bereinigung stattfinden, auch wenn als Ergebnis die Gesamtmitgliederzahl (zzt. zwischen 16,5 und 17 Millionen erwachsen getaufter Glieder weltweit) nach unten korrigiert werden müsste.

EUD und TED geben Gebiete ab
Von Gebietsreformen waren die zwei europäischen Divisionen betroffen: Die Euro-Afrika-Division (EUD, Bern) und die Trans-Europäische Division (TED, St. Albans, England) geben ihre Gebiete in Afrika ab. Diese werden - zusammen mit der Türkei und dem Iran Teil eines neu gegründeten Verbands (Greater Middle East Union, GMEU), der direkt der Generalkonferenz unterstellt wird. Die GMEU wird dann 21 Länder umfassen mit über 500 Millionen Menschen, darunter 2.900 Siebenten-Tags-Adventisten in 70 Gemeinden und Gruppen. Zum Vorsteher dieses neuen Verbands wurde Homer Trecartin gewählt, der bereits als Generalsekretär und Schatzmeister in dieser Region tätig war.

Der Südsudan wird der East-Central Africa Division (Nairobi) angegliedert, Pakistan der Southern Asia-Pacific Division, Afghanistan der Euro-Asia-Division. Israel wird ebenfalls direkt der Generalkonferenz unterstellt. Allein Süd-Zypern bleibt bei der TED. Diese Änderungen treten am 1.1.2012 in Kraft.

Anträge aus Nordamerika und der TED durchgefallen
Die Nordamerikanische- und die Transeuropäische Division hatten beantragt, auch Personen als Vereinigung- und Verbandsvorsteher in ihren Gebieten wählen zu dürfen, die keine ordinierten Pastoren sind - Frauen zum Beispiel. Nach einer lebhaften, sechsstündigen Diskussion stimmten 117 Personen dafür und 167 dagegen. Es ginge nicht ums Thema Ordination von Frauen zum Pastorenamt, stellte der nordamerikanische Präsident klar, sondern darum, Fachkräfte in diese Aufgabe berufen zu dürfen, die für geistliche Führungsaufgaben beglaubigt, aber nicht zum Pastorenamt ordiniert sind - einschließlich Frauen. Ähnlich äußerte der Präsident der TED und fügte hinzu, immer mehr junge Menschen in Europa würden es als diskriminierend betrachten, dass Frauen in unserer Kirche der Weg zu Leitungspositionen versperrt bliebe.

Die Vertreter aus afrikanischen Ländern wurden in ihrer Ablehnung dieser Anträge von Ted Wilson, dem Generalkonferenzpräsidenten unterstützt. Zu den Befürwortern, die sich öffentlich äußerten, gehörten u. a. der ehemalige Generalkonferenzpräsident Jan Paulsen, der Vorsteher der Kirche in den Niederlanden, Wim Altink, der Vorsteher des Baltischen Verbands, Valdis Zigalvis, und Ella Smith Simmons, die erste als Vizepräsidenten der Weltkirche gewählte Frau.

Zeitplan zum Studium des Themas Ordination
Wie bei der letzten Vollversammlung 2010 in Atlanta versprochen, wird sich die Weltkirche in jeder Division während der nächsten Jahre mit der Theologie der Ordination befassen. Die Berichte der 13 Divisionen werden, so Artur Stele, Leiter des Bibelforschungsinstituts (BRI) der Weltkirchenleitung, zusammengefasst im Jahr 2014 dem Exekutivausschuss anlässlich der Herbstsitzung vorgelegt, um dann die Art und Weise zu beschließen, ob bzw. wie das Thema ein Jahr später während der Generalkonferenz-Vollversammlung behandelt werden soll.

Als Tagungsort für die übernächste Generalkonferenz-Vollversammlung 2020 wurde (nach 30 Jahren wieder) Indianapolis festgelegt. Die nächste Vollversammlung findet vom 2. bis 11. Juli 2015 in St. Antonio (Texas) statt. (ANN/AR/edp)

 




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