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Wissen
sie, was sie tun?
Liebe Leserin, lieber Leser!
Während ich diese Zeilen schreibe, herrscht
in ganz Spanien Trauer und Entsetzen nach den blutigen Anschlägen
in Madrid. 200 Menschen haben ihr Leben verloren, 1500 weitere wurden
verletzt, weil
Ja, warum eigentlich?
Während Tausende meiner Landsleute an Kundgebungen gegen den
Terror teilnehmen, ringen Ärzte um das Leben der Opfer, die
noch in Lebensgefahr schweben, und suchen Ermittler fieberhaft nach
den Verantwortlichen für die Anschläge. Zehn Sprengladungen
in voll besetzten Pendlerzügen - wer bringt so etwas fertig?
Und wozu?
Ich habe vor etwa 40 Jahren - weil recht früh
mit Leid in der Familie konfrontiert - begonnen, mir Gedanken über
das Warum und Wozu menschlichen Leides zu machen. An Tagen wie dem
11. September (2001) oder nun dem 11. März (2004) empfinde
ich so, als wäre ich in meiner Suche nicht sehr weit gekommen.
Die Dimensionen menschlicher Bosheit und Grausamkeit sind einfach
nicht auszuloten.
Die entscheidende Antwort habe ich allerdings bereits
gefunden: Am Kreuz auf einem Hügel außerhalb Jerusalems,
an dem vor zweitausend Jahren Jesus Christus, der menschgewordene
Gott starb. Auch dort wurde ein Unschuldiger ermordet. Auch dort
wurden ungeahnte Tiefen menschlichen Hasses deutlich. Aber genauso
die unauslotbare Tiefe göttlicher Liebe zu einer Menschheit,
die ihr Glück dort sucht, wo es nicht auffindbar ist: in der
Emanzipation von ihrem Schöpfer. Jesus Christus starb am Kreuz,
um die Menschen von der Schuld zu befreien, die sie nach ihrer Trennung
von Gott auf sich geladen haben. Seitdem steht unserer Rückkehr
zur ursprünglichen Harmonie und Gemeinschaft mit Gott nichts
mehr im Wege.
Diese Liebe Gottes macht mich still. Sie befähigt
mich, zu leben, zu warten, zu hoffen
und sogar denen Gutes
zu wünschen, die "nicht wissen, was sie tun" (Lukas
23,34).
Ihr
Elí Diez
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Wissenswert
WASSER GEGEN HERZINFARKT
Ärzte der Loma Linda Universität, USA, berufen sich auf
Untersuchungen, bei denen ein eindeutiger Zusammenhang zwischen
regelmäßigem Trinken - mindestens acht Gläser pro
Tag - und einem verringerten Herzinfarktrisiko besteht. "Durst
reicht nicht aus, um genügend Wasser zu trinken", meint
Dr. Jacqueline Chan. "Trinken muss zu einer Gewohnheit und
nicht als Antwort auf Durst verstanden werden," ist Chan's
Fazit. Empfehlenswert sei, zwischen den Mahlzeiten, nicht zu den
Mahlzeiten zu trinken, weil dies die Funktion der Speicheldrüse
schwächt. (ANN)
MEIST ÜBERSETZTES BUCH DER WELT
Die ganze Bibel oder zumindest einzelne Bücher daraus sind
seit Beginn des Jahres in 2.355 Sprachen übersetzt - so der
Weltbund der Bibelgesellschaften in Reading (England). Damit bleibt
die Bibel das am häufigsten übersetzte Buch aller Zeiten.
Die Zahl der Übersetzungen erhöhte sich gegenüber
dem Vorjahr um insgesamt 52. Die gesamte Bibel liegt nun in 414
Sprachen vor, das Neue Testament in 1.068 Sprachen. Weltweit existieren
schätzungsweise 6.500 lebende Sprachen. (APD)
GRAPEFRUIT UND CHOLESTERIN
An der Universität von Florida (USA) wurde ein interessantes
Experiment mit Versuchstieren durchgeführt: Ein Jahr lang wurde
den Tieren eine Kost mit einem hohen Anteil an Fetten mit gesättigten
Fettsäuren verabreicht, die bei ihnen Arteriosklerose verursachte.
Ab diesem Zeitpunkt wurde einem Teil der Tiere jeden Tag Pektin
aus Grapefruits gefüttert. Neun Monate später litten nur
24 Prozent der Tiere, die Pektin bekommen hatten, unter einer Arterienverengung.
Von den Tieren, die kein Pektin erhalten hatten, waren es dagegen
45 Prozent. Andere Erfahrungen zeigten, dass die Einnahme von Pektin
aus Grapefruits bereits innerhalb von vier Wochen den LDL-Cholesterinspiegel
(schädliches Cholesterin) um 10,8 Prozent senken kann. (LuG)
ERFOLGREICHE BIBEL-FERNKURSE
9.466 Personen haben sich im Jahr 2003 für ein Bibelfernstudium
des INTERNATIONALEN-BIBELSTUDIEN-INSTITUTS (Darmstadt) angemeldet.
Die kostenlosen Fernkurse sind dazu gedacht, eine Einführung
in die Bibel zu vermitteln und praktische Impulse für ein sinnerfülltes
Leben zu geben. Es gibt darunter auch einen Gesundheitskurs und
zwei Kurse für Jugendliche und Kinder. Weitere Informationen
beim INTERNATIONALEN-BIBELSTUDIEN-INSTITUT, Am Elfendgrund 66, D-64297
Darmstadt; Postfach 66, A-1094 Wien; Postfach 6738, CH-8050 Zürich
und auch im Internet: www.stimme-der-hoffnung.de/ibsi.html.
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Scheidung o. k., schwarzfahren nicht!
Werte sind den Deutschen wichtig - aber nicht alle
Manchmal ist es eine Handbewegung, die sich dauerhaft in das Gedächtnis
einprägt und einen Menschen zum Liebling oder Bösewicht
werden lässt. Bei Josef Ackermann, dem Vorstandssprecher der
Deutschen Bank war es so. Wegen möglicher Beihilfe zur Untreue
im Zuge seiner Mitwirkung an der Fusion der Telekommunikationskonzerne
Vodafone und Mannesmann angeklagt, formte er mit den Fingern im
Düsseldorfer Gerichtssaal voller Siegeszuversicht das Victory-Zeichen.
Eine kleine Geste nur, allerdings direkt in die Kameras der Pressefotografen
hinein. Sie rief eine Welle der Empörung in den Medien und
beim Volk hervor. Man war sich einig: Die Arroganz der Macht zeige
sich bei ihm so deutlich wie selten bei jemandem zuvor.
Immerhin entschuldigte sich Josef Ackermann kurz darauf für
seinen unbedachten Fingerzeig, nicht jedoch für seinen aufschlussreichen
Satz, den er zuvor in der Verhandlung gesagt hatte: "Deutschland
ist das einzige Land, in dem Menschen, die Werte geschaffen haben,
vor Gericht stehen." Welche Werte er meinte, war klar: steigende
Aktienkurse und Unternehmensgewinne, also Geldwerte. Doch das Volk
und die Journalisten erwarten offenkundig von den Spitzenkräften
aus Wirtschaft und Politik, dass sie ihr Handeln auch an anderen,
nicht-materiellen Werten ausrichten. Im Falle Ackermanns beispielsweise
an dem Wert "Gerechtigkeit" und an den Tugenden "Augenmaß"
und "Bescheidenheit".
PRIVATES GLÜCK AM WICHTIGSTEN
Wertmaßstäbe sind anscheinend nicht "out",
sondern werden zuweilen recht gerne angelegt, zumindest an andere
Menschen. Doch welche Werte sind den Menschen in Deutschland so
wichtig, dass sie ihr eigenes Handeln daran orientieren?
Hier zeigt sich nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts
Allensbach aus dem Jahr 2002 (Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur
KNA vom 8.3.2002), dass für die Deutschen das Suchen nach privatem
Glück und das Genießen des Lebens oberste Priorität
haben. Der Allensbach-Umfrage zufolge erklärten 68 Prozent
der West- und 65 Prozent der Ostdeutschen, für sie sei es am
allerwichtigsten, glücklich zu sein und viele Freunde zu haben.
An zweiter Stelle (55 Prozent Zustimmung der Westdeutschen bzw.
52 Prozent Zustimmung der Ostdeutschen) steht als Lebensziel "das
Leben genießen". An dritter Stelle folgt laut Umfrage
die Antwort "die Welt kennen zu lernen" (47 Prozent Zustimmung
West, 43 Prozent Ost). 32 Prozent der Befragten in den neuen und
42 Prozent in den alten Bundesländern wollen "mithelfen,
eine bessere Gesellschaft zu schaffen". Für das Lebensziel
"für andere da sein" sprachen sich 19 Prozent der
West- und 26 Prozent der Ostdeutschen aus.
HAB UND GUT BLEIBEN UNANTASTBAR
Individualismus - so lässt sich der zentrale Wert der Deutschen
beschreiben, und in Österreich und der Schweiz wird es kaum
anders sein. Aber nicht nur das private Wohlergehen steht im Mittelpunkt
des Interesses: Was richtig und falsch ist, legt zunehmend jeder
für sich selbst fest.
Dies spiegelt sich auch in veränderten Einstellungen zu moralischen
Normen wider, die in einer länderübergreifenden Langzeitstudie
ermittelt wurden (Institut für angewandte Sozialforschung,
Köln: "European Value Study" 1981, 1990, 1999). Ihr
lagen zahlreiche Umfragen in mehreren europäischen Ländern
zwischen 1978 und 1999 zu Grunde. Hier lautet der Trend: Sexualmoral
und familiäre Normen haben sich gelockert; Moralvorstellungen,
die sich auf Besitz, Eigentum oder die staatsbürgerlichen Pflichten
beziehen, blieben weitgehend unverändert. So wird von der Mehrheit
der Europäer Homosexualität, Abtreibung, Scheidung aber
auch Sterbehilfe als unter Umständen erlaubt angesehen. Geht
es jedoch um Steuerhinterziehung, Schwarzfahren, eine Spritztour
im gestohlenen Auto oder um die Bestechung von Beamten, so hält
eine Mehrheit der Befragten dies nach wie vor für absolut unzulässig.
Pech also für Josef Ackermann: Verhaltensweisen wie solche,
die dem Bankchef zur Last gelegt werden (Veruntreuung von Eigentum,
Arroganz), werden trotz zunehmendem Werteverfall nicht toleriert.
Hätte er dagegen seine Ehefrau betrogen, wäre das wohl
kaum eine Notiz wert gewesen
Thomas Lobitz
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Vom Wert der Werte
"Ich stand vor der Entscheidung, das Familienporzellan mitzunehmen
oder einen Koffer voller Familienfotos", so erzählt die
über 90-jährige Ilse Richard von ihrer Flucht mit drei
Kindern aus einem Land, in dem sie nicht mehr geduldet war. Was
ist wertvoller: das Porzellan oder die Fotos?
Oskar Schindler - so zeigt es Steven Spielberg in seinem bewegenden
Film "Schindlers Liste" - kam in seinem Leben an einen
Punkt, an dem er entscheiden musste, ob ihm der wirtschaftliche
Gewinn seiner Emaillenfirma oder die Rettung des Lebens von Juden
vor der Ermordung durch die Nazis wichtiger war.
WAS IST WERTVOLLER?
Nicht nur in den (seltenen) dramatischen Lebenssituationen,
sondern auch im normalen Leben stehen wir fast täglich vor
der Frage, was "wertvoller" ist: einen anstehenden Termin
pünktlich wahrzunehmen oder weiter den Sorgen unseres Gesprächspartners
zuzuhören? Geld vom Einkommen anzusparen oder zu spenden, persönlich
vorzusorgen oder anderen Versorgung zu ermöglichen? Höflich
oder ehrlich zu sein? Streng oder nachsichtig? Sich anzupassen oder
zu widersprechen? Rücksicht zu nehmen oder sich durchzusetzen?
Weiter zu arbeiten oder zu entspannen? Das ist oft schwer zu entscheiden!
Gerne suchen wir den Kompromiss, aber es gibt Situationen, in denen
nur das eine oder das andere möglich ist, nicht beides zugleich.
Das gilt auch für längerfristige Lebensplanungen: Militärdienst
oder Zivildienst? Mutter und Hausfrau sein oder beruflich Karriere
machen? Familienleben oder Singledasein?
Auf der politischen Bühne werden ebenfalls Werte gegeneinander
abgewogen, wenn diskutiert wird: Freiheit oder Gleichheit? Soziale
Gerechtigkeit oder individuelle Entfaltungsmöglichkeit? Reformieren
oder bewahren? Sparen oder neue Schulden machen?
Es lässt sich behaupten, dass jede Entscheidung, die wir im
Kleinen oder Großen treffen, eine Abwägung von Werten
und Gütern ist. Jeder stellt sich dabei die Frage: Auf welchen
Wert kommt es hier in dieser Situation an? Nicht selten steht man
vor dem Dilemma, von zwei gleichwertigen Sachverhalten den einen
nicht verwirklichen zu können. Manchmal erkennen wir im Nachhinein
auch, dass wir auf die falschen Werte gesetzt haben, das weniger
Wichtige dem Wichtigeren, dem moralisch Besseren, vorgezogen haben.
DIE SACHE IST KOMPLIZIERT
Wenn in der westlichen Kultur von "Werten" die Rede
ist, sind vor allem "Grundwerte" gemeint, die allen anderen
Gütern übergeordnet sind, wie z. B. Wahrung der Menschenwürde,
Friedensliebe, Erhaltung der Umwelt, Gerechtigkeit, Wahrheit, Freiheit,
Achtung vor der Überzeugung anderer, Menschlichkeit, Solidarität.
Wer wollte diesen nicht zustimmen und bezweifeln, dass sie grundlegende
Orientierung verschaffen und dass es moralisch exzellent ist, die
persönliche Lebensführung von diesen Werten bestimmen
zu lassen?
Die Sache mit den Werten ist aber weitaus komplizierter. Denn nicht
nur Grundwerte, sondern viele andere Güter prägen unser
moralisches Entscheiden. Und diese sind oft mächtiger als die
so genannten Grundwerte, weil sie uns näher sind.
Wir erkennen diese andere Wertigkeit daran, dass sie emotional fest
in unserem Herzen verankert ist. Jeder Mensch entwickelt seine ganz
individuelle Wertesphäre, die von sehr unterschiedlichen Gütern
oder Tugenden geprägt sein kann:
- Streben nach persönlichem Erfolg, nach Reichtum, nach Gesundheit,
nach Anerkennung, nach Wissen.
- Sorge für die engsten Angehörigen, für die Familie,
für die Kinder.
- Pünktlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, Pflichtbewusstsein,
Sparsamkeit.
- Oder: Mitsprache, Selbständigkeit, Großzügigkeit,
Lebensgenuss.
Güter, die unserer Selbsterhaltung und dem persönlichen
Fortkommen dienen, liegen uns in der Regel mehr am Herzen als die
universalen Grundwerte.
VOM LEBEMANN ZUM LEBENSRETTER
Wir bewundern Menschen, deren Lebensführung bis in das
alltägliche Leben hinein von den "großen" Werten
geprägt ist. In besonders ergreifender Weise wird die Wandlung
eines Lebemanns zu einem Lebensretter im Film "Schindlers Liste"
gezeigt. Oskar Schindler lernen wir zunächst als einen schick
gekleideten, partytauglichen und lustorientierten Unternehmer kennen,
der es liebt, sich selbst als erfolgreichen Geschäftsmann zu
präsentieren. Mit Sorgfalt steckt er sich seine SS-Nadel ans
Revier seines maßgeschneiderten Anzugs. Im besetzten Polen
sieht er die Chance, mit Zwangsarbeitern ein florierendes Unternehmen
aufzubauen.
Er nimmt Kontakte zu den Juden im Ghetto auf, um seine Geschäftsidee
zu verwirklichen. Er verachtet sie nicht, noch achtet er sie; sie
sind für ihn nicht mehr als nützliche Arbeitskräfte.
Menschliche Nähe, Wertschätzung und Solidarität lässt
er nicht an sich herankommen.
Als er von ferne beobachtet, wie das Ghetto auf brutalste Weise
und in einem wahren Mordrausch "gesäubert" wird (in
einer Nacht werden etwa 10.000 Juden erschossen), und dann Zeuge
der barbarischen Verhaltensweisen gegenüber Juden im Zwangslager
wird, wandelt sich das Wertgefüge in seinem Herzen. Nun will
er nicht mehr Profit machen, sondern Menschen vor dem Tod retten.
Seinen gesamten Gewinn investiert er in die Bewahrung von Juden
vor dem Tod im Vernichtungslager. Dafür täuscht, besticht
und betrügt er hohe Entscheidungsträger in der SS. Am
Kriegsende ist er pleite, aber etwa 1100 Frauen, Männer und
Kinder sind gerettet. Heute leben über 6.000 Nachkommen der
sogenannten "Schindler-Juden".
DEN "TIEFEN" WERTEN RAUM GEBEN
Ein rabbinisches Sprichwort sagt: "Hast du ein Menschenleben
gerettet, hast du die ganze Welt gerettet." In dieser Lebensweisheit
sind mehrere "tiefe" Werte verankert: der Wert der großartigen
Schöpfung Gottes und des von Gott geschenkten Lebens, der Wert
menschlichen Lebens und der Wert tugendhaften Handelns, das andere
Menschen vor Tod oder Entmenschlichung bewahrt, ihnen Respekt und
unbedingte Wertschätzung entgegenbringt.
Man muss nicht religiös sein, um in seinem Leben den "tiefen"
Werten Raum zu geben. Aber der Glaube kann in besonderer Weise dazu
motivieren, die "tiefen" Werte ins persönliche Wertgefüge
hineinzunehmen.
Die Bibel bezeugt ein intensives Ringen um die Frage nach der Gewichtung
von Werten. Das Ergebnis lautet: "Gott ist die Liebe"
(1. Johannesbrief 4,16) und "die Liebe hört niemals auf"
(1. Korintherbrief 13,8). Die Liebe, von der diese beiden Texte
sprechen, schließt Barmherzigkeit, Solidarität, Mitgefühl,
Achtung und Wertschätzung ein. Diese "Agape" (so
das griechische Wort, das der Übersetzung "Liebe"
zugrunde liegt) ist der höchste Wert.
Die besondere Pointe christlichen Glaubens ist dabei der Zuspruch,
dass Gott diese Liebe nicht von uns einfordert, sondern uns damit
beschenkt. Im Glauben wissen sich Christen mit Jesus verbunden.
Jesus schenkt jedem Glaubenden die Gewissheit, geachtet und wertgeschätzt,
als Gottes Kind geliebt zu sein.
Erfüllt mit diesem Zuspruch sind Christen motiviert, das selbst
erfahrene Mitgefühl Gottes weiterzugeben, das Leben mit Liebe
zu füllen. Jeden Tag, in jeder Güterabwägung. Das
gelingt nicht immer, auch Christen entscheiden sich für die
moralisch wertloseren Güter. Aber das entmutigt sie nicht,
immer wieder neu anzufangen damit, ein Leben aus der Liebe zu führen.
Christian Noack
PS: Es war übrigens auch die Liebe, die Ilse Richard dazu
bewog, die Familienfotos mitzunehmen und nicht das Porzellan.
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Freiheit hat Grenzen
Dr. Christa Meves. Millionen Leser nehmen ihren
Rat in Anspruch: Es gibt kaum eine deutsche Taschenbuch-Autorin,
die soviel Interesse findet, und das seit mehr als 30 Jahren. Die
Jugendpsychotherapeutin aus Uelzen stützt sich auf ihre Erfahrungen
und auf den Mut, diese Erfahrungen auch auszusprechen und weiterzugeben.
Zeichen der Zeit: Wer bestimmt heute die Werte, die in unserer
Gesellschaft gelten?
Christa Meves: Sie werden bestimmt durch die Diktatur der
Medien, vor allem durchs Fernsehen. Hier wird die sogenannte neue
Moral gepredigt: "Tu, was dir beliebt, tu, was für dich
richtig ist. Und was für dich richtig ist, das ist dein Credo."
Das ist Hochmut, denn es gibt in unserem Leben zu viele Fallen.
Wir brauchen uns nur die Menge der schwer gestörten Menschen
anzuschauen. Wir sind eine Suchtgesellschaft geworden: Der Mensch,
gerät leicht in die Gefahr, den Antrieb, der bei ihm am Schwächsten
ist, zu verabsolutieren. Fress- oder Trunksucht sind Beispiele dafür.
Immer wenn man einen Antrieb verabsolutiert, der an und für
sich ein natürlicher Lebenstrieb ist, nimmt er den Menschen
gefangen, so dass es zur Sucht kommt.
ZdZ: Unserer Gesellschaft sind wichtige Werte verloren gegangen.
Wie kann man zu ihnen zurückfinden?
Meves: Man kann immer nur hoffen, dass diese wüste Gesellschaft
als erstes durch die Erfahrung klug wird. Eine wesentliche Besserung
kann nur vom Volk ausgehen, wenn das Maß des Negativen zu
hoch gestiegen ist. Denn hinter unser properen Fassade ist die seelische
Not so riesengroß. Daraus kann der radikale Impuls entstehen,
es anders - und zwar ganz neu - machen zu wollen.
ZdZ: Wie können wir heute unseren Kindern Werte vermitteln?
Wie kann das praktisch aussehen?
Meves: Immer durch das Vorbild. Es geht letztlich alles nur
über das Vorbild. Wir Erwachsenen müssen überzeugt
und überzeugend sein. Überzeugend darin, wie wir zur Wahrheit
stehen. Dadurch, dass wir nicht auf "kleine" Lügen
zurückgreifen. Dadurch, dass wir Achtung voreinander haben.
Das sind wichtige Voraussetzungen für die Vermittlung von Werten
durch die Familie. Wenn Kinder erleben, dass der Vater die Mutter
achtet und umgekehrt. Das ist eins der besten Erziehungsmittel,
natürlich auch eins der schwierigsten.
ZdZ: Wenn Kinder diese Werte zu Hause positiv erleben, werden
ihnen aber in den Medien und durch die Medien ganz andere Werte
vermittelt. Heißt das, wir müssen die Kinder vor dem
Einfluss der Medien schützen?
Meves: Ja, zum Teil schon. Es ist außerordentlich sinnvoll,
wenn der Fernseher nicht im Mittelpunkt der Familie steht, nicht
da, wo alle sich versammeln, sonst erstirbt das Gespräch bei
Tisch, und man verlernt, wie man miteinander umgeht, wie man teilt
und sich mitteilt. Es kann nicht sein, dass wir die Kinder einfach
allem wahllos ausliefern, was ihnen das Fernsehen anbietet.
ZdZ: Welche drei Werte würden Sie unserer deutschen
Gesellschaft am meisten wünschen? Wo sagen Sie "diese
Werte sind verloren gegangen, die brauchen wir"? Würden
Sie sich auf drei festlegen mögen?
Meves: Liebe zu Gott als erstes, Liebe für den Nächsten
und Hochachtung vor den Menschen, die uns fremd sind.
ZdZ: Welche Werte - außer der Liebe, die Sie bereits
erwähnt haben - können Christen der Gesellschaft besonders
mitteilen? Wo sollten sie ihren Einfluss am meisten geltend machen?
Meves: Aus meiner Sicht betrachtet und aufgrund der Erfahrungen
in meiner Arbeit halte ich es für das Wichtigste, dass wir
den Menschen neu vermitteln: Der Mensch hat die von Gott gegebene
Vorgaben zu beachten. Gott hat den Menschen Freiheit geschenkt,
aber diese Freiheit hat Grenzen. Wir müssen vom Hochmut zur
Demut zurückfinden. Demut ist uns angemessen, nicht Hochmut.
Insofern ist es notwendig, dass die Menschen eine neue Sensibilität
dafür entwickeln, die vom selbstkritischen Eingeständnis
der eigenen Schwäche her kommt. Diese Basis ist geeignet, dass
eine persönliche Beziehung zu Gott entstehen kann. Nur so kann
einer ausgearteten Freiheit, die zur Maßlosigkeit führt,
entgegen gewirkt werden.
Das Interview mit Christa Meves führte Sandra Wieschollek
in Uelzen.
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Weil
ich es IHM wert bin
Max ist grau geworden. War er früher nicht blond? Kein Wunder:
Max ist mehr als fünfzig Jahre alt und ich kenne ihn mein ganzes
Leben lang. Inzwischen ist Max im Ruhestand. Tagein tagaus sitzt
er am Fenster und kann seine weniger turbulenten Tage genießen.
Er trägt - wie immer - einen leuchtend gelben Overall, den
ich ihm vor vielen Jahren mit Mühe eigenhändig gestrickt
hatte, damit die ramponierten Nähte und das abgewetzte Fell
nicht mehr zu sehen waren. Aber seine braunen Knopfaugen begeistern
noch heute jedes Kind, das zu mir in die Wohnung kommt.
Max ist mein alter Teddybär. Bevor ich ihn bekam, gehörte
er meiner älteren Cousine, und er hat mich seitdem auf allen
Stationen meines Lebens begleitet. Max schlief früher in meinem
Bett, stand alle meine Kinderkrankheiten mit mir durch, hörte
sich meine Wünsche an, saugte meine Kindertränen auf.
Max hat eine von mir gebastelte Identitätskarte, er hat einen
Geburtstag, er war bei den Urlaubsreisen stets dabei. Später
saß er neben mir am Schreibtisch, wenn ich Vokabeln lernte,
ich hielt vor ihm meine ersten Referate, er war mit mir ein Jahr
im Ausland. Max ist ein fester Faktor meines Lebens - und so lächerlich
es auch klingen mag: Ich hänge an diesem unhandlichen, steifen,
kratzigen Bären, diesem abgewetzten Stück Fell, das einen
Warenwert von etwa drei Euro haben mag.
WAS MACHT DEN WERT DES LEBENS AUS?
Was macht diesen "Wert" aus, der mich daran hindert,
Max einfach weiter zu verschenken? Was macht den Wert eines Lebens
überhaupt aus? Ist das Leben eines Entwicklungshelfers vielleicht
deshalb wertvoll, weil er eine große akademische Karriere
sausen lässt, weil er an einer Traumvilla nicht interessiert
ist, und statt dessen in den Busch geht, um sich mit den Anliegen
der Eingeborenen zu beschäftigen? Oder ist vielleicht das Leben
eines Erfolgsunternehmers noch ein wenig wertvoller, weil er echte
Werte besitzt, einen schicken Sportwagen fährt und sich einen
mosaikausgelegten Swimmingpool leisten kann?
Kommt es darauf an, dass man einen Dienst tut, sich aufopfert und
selbst völlig dahinter verschwindet? Oder kommt es auf das
Ansehen an, die Karriere, den Erfolg, das Prestige, auf die "Kohle",
die man scheffelt? Und wer bestimmt hier die Wertmaßstäbe?
Wer setzt es fest, was wertvoll ist und was nicht?
Wenn ein Mensch so fragt, dann hat er verschlüsselt die Frage
nach dem Ende aller Dinge gestellt, nach dem Ziel, auf das er zulebt.
Letztendlich fragt er damit eigentlich auch nach dem ewigen Leben.
Diese Frage nach Sinn, Wert und Ziel ist eine Frage, um die kein
Erdenbürger sein Leben lang herumkommt, auch wenn er sie zeitweise
zu überhören meint. Irgendwann trifft jeder Mensch darauf,
und dann wird klar, wie lange er ziellos "herumgelebt"
hat, mit welchen Trivialitäten er sein einziges Leben bisher
vertrödelt hat.
TRÖSTLICH UND WERTVOLL
In der Bibel wird von einem reichen jungen Mann berichtet, der
Jesus fragt, was er tun kann, um das ewige Leben zu bekommen (Markus
10,17ff.). Jesus gibt ihm einen Rat, doch bevor der junge Mann frustriert
weggeht, steht da noch folgender inhaltsschwerer Satz: "Jesus
sah ihn voller Liebe an." (V. 21)
Für mich ist dies der tröstlichste und wertvollste Satz
im ganzen Neuen Testament. Das heißt doch: Jesus liebt mich
nicht erst, wenn ich alles richtig mache, wenn ich vollkommen und
fit bin, wenn ich meinen Wert unter Beweis gestellt habe. Längst
ehe es soweit ist mit mir, und sogar auch dann, wenn ich nie ganz
dahin komme - ich bin schon geliebt. So wie ich bin, mit meiner
Wankelmütigkeit, meinem Egoismus, meinem Geiz. Ich bin wertvoll,
weil Jesus mich mein Leben lang kennt und ich zu ihm gehöre.
Ein wenig so, wie es mir mit Max geht. Mit ihm habe ich eine Menge
erlebt. Und wenn ich ihn ansehe, werden viele Erinnerungen wach
und mir wird ganz warm ums Herz. Und das, obwohl von Max selbst
ja nie etwas kam. - Auch mich blickt Jesus voller Liebe an. Ich
bin in seiner Obhut. Und es gibt keinen Ort, den diese Liebe nicht
erreichen könnte und meinem Leben Wert verleiht. Weil ich es
IHM wert bin.
Beate Strobel
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Die Zehn Gebote:
Angebote für ein Leben mit Profil
Gemeinsames Leben gibt es nur mit gemeinsamen Werten. Je unterschiedlicher
unsere Wertvorstellungen sind, desto schwieriger wird das Zusammenleben.
Das gilt für alle Formen von Gemeinschaft: Ehe und Familie,
Kirche und Gesellschaft.
Weniger als je zuvor verläuft unser Leben in vorgegebenen Bahnen.
Wir wollen unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen gestalten,
schließlich machen das die Anderen genauso. Wie viel Gemeinsamkeit
gibt es noch? Ist der gemeinsame Nenner groß genug? Landauf,
landab wird fehlender Gemeinsinn beklagt. Jeder setzt sich nur für
das ein, was ihm in den Kram passt. Kann es da überhaupt so
etwas wie einen gemeinsamen "Wertekanon" geben, der bei
allen Beteiligten weitgehende Zustimmung findet?
Das scheint mir nur möglich zu sein, wenn diese Werte nicht
lediglich unseren eigenen Vorlieben oder denen unserer Mitmenschen
entspringen, sondern von "höherer Warte" aus formuliert
werden. Anders ausgedrückt: Absolute Gültigkeit können
nur die Werte haben, die von einem Absoluten her kommen - also von
Gott.
Dies ist der Anspruch der Zehn Gebote. Konrad Adenauer soll zu ihnen
einmal bemerkt haben: "Die Zehn Gebote sind deshalb so klar
und eindeutig, weil sie nicht erst auf einer Konferenz beschlossen
wurden."
Michael Mainka
"AnGebote für ein Leben mit Profil", 112 Seiten,
Pb., 6,50 EUR/12,80 sFr, Advent-Verlag, ISBN 3-8150-1874-9. Mehr.
Auszug aus dem 1. Kapitel:
Schlüsselerlebnisse und Weltbild
Unsere Sicht des Lebens und der Welt wird von Schlüsselerlebnissen
geprägt. Für meine Frau und mich zählt dazu vor allem
die Geburt unserer beiden Kinder. Plötzlich hatten wir ein
kleines Bündel Leben im Arm. Stundenlang haben wir dieses Wunder
bestaunt und dabei empfunden, wie unbegreiflich schön das Leben
ist.
Wir kennen aber auch traumatische Schlüsselerlebnisse. Mein
Schwiegervater erkrankte an einem Gehirntumor und starb, als meine
Frau gerade zehn Jahre alt war. Auch diese Erfahrung hat sich in
ihre Seele eingegraben.
Unsere Meinung über Gott hängt ebenfalls mit solchen Schlüsselerlebnissen
zusammen. Nicht ohne Grund lautet das häufigste Argument gegen
die Existenz Gottes: Wenn es ihn gäbe, würde er nicht
so viel Leid zulassen.
Hinzu kommen unsere Erfahrungen mit Kirche und Religion. In einem
Gesprächskreis erzählte mir eine junge Mutter von der
ersten Begegnung ihres Kindes mit einem Pfarrer bei dessen Besuch
im Kindergarten. Zu Hause kommentierte ihr Sohn dieses Auftreten
mit den Worten: "Der war aber ernst!"
Mancher entwickelt aufgrund solcher Erlebnisse schon früh eine
Abneigung gegen alles, was mit Religion und Kirche zu tun hat. Andere
haben kaum Berührung damit und empfinden alles, was dazu gehört,
als ungewohnt und fremd. Wer hingegen die Sache mit Gott als wohltuend
und befreiend kennen lernt, wird anders darüber denken.
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Er kennt mich!
Jeder Mensch besitzt einen, egal, ob reich oder arm, viele haben
sogar zwei oder drei
Namen!
Der Name gehört immer zur Person. Es ist eine Möglichkeit,
einander zu unterscheiden. Es gibt allerdings Personen, die es durch
ihren Namen schwer haben. Im Telefonbuch habe ich Nachnamen gefunden
wie Athen, Gutenmorgen oder Knoblauch. Ich kenne eine Dozentin,
die heißt Meta Lange, und eine Beamtin, die vor ihrer Heirat
Pingel hieß - nicht gerade sehr vorteilhaft! Außer Vor-
und Nachnamen gibt es auch Spitznamen, Spottnamen und Kosenamen.
Indianer erhielten Namen nach ihrem Verhalten oder Äußeren.
Änderte sich dieses, änderte sich damit auch der Name.
Das kennt auch die Bibel. Sie berichtet darüber, dass Gott
manchmal Namen von Personen änderte (Jakob, "Betrüger",
wurde zu Israel, "Sieger", Saulus zum Paulus).
Auf unserem Planeten Erde gibt es zurzeit fast acht Milliarden Menschen.
Um so erstaunlicher ist es, dass Gott bei so vielen Milliarden Namen
jeden Menschen persönlich kennt. Zum Propheten Jesaja sagte
er: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst
zu mir!" (Jesaja 43,1) Ich denke darüber nach, was diese
Aussage mir persönlich bedeutet: Da ist ein Gott, der den Überblick
behält, den Einzelnen - also mich - nicht übersieht oder
vergisst. Auch zu mir sagt er: Ich kenne deinen Namen, du bist von
mir als Schöpfer gewollt, ich weiß alles über dich.
Ein anderes Mal sagt er einer Gruppe von Menschen: "Ich weiß,
wo ihr wohnt" (Offenbarung 2,13) und meint damit nicht allein
den Wohnort, die Adresse, sondern auch die Umstände, die Freuden
und Sorgen, die Herausforderungen, denen diese Menschen täglich
ausgesetzt sind. Es bleibt aber nicht allein dabei, dass er über
mich Bescheid weiß, sondern er begleitet mich und steht mir
zur Seite.
Das macht mir Mut. Ich bin kein Massenprodukt in Gottes Augen. Ich
bin ich: Sandrine Nadja Götzinger, und Gott kennt mich. Er
weiß, wie man meinen Vornamen schreibt. An das E brauche ich
ihn nie erinnern. Er weiß, wo ich wohne, mit welchen Menschen
ich täglich zu tun habe. Er kennt meine Sorgen, meine Träume,
meine Pläne, meine Vergangenheit und auch die Zukunft, die
mich erwartet. Und er liebt mich - obwohl er mich so gut kennt bzw.
weil er mich so gut kennt und weiß, wie dringend ich auf seine
liebevolle Zuwendung angewiesen bin.
Nun möchte ich diesen Gott näher kennen lernen, der mich
so gut kennt; und ich erhoffe mir dadurch eine persönliche
Beziehung zu einem persönlichen Gott. Weil er den Anfang gemacht,
die Initiative ergriffen hat, als er auch mich bei meinem Namen
rief, weiß ich: diese Beziehung wird gelingen!
Sandrine Götzinger
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Jesus von Nazareth: Wer war er wirklich?
Das Interesse der Medien an der Person Jesus von Nazareth ist unübersehbar.
Magazine - wie GEO, 1/2004 - widmen sich seitenweise diesem Thema.
Filmdokumentationen befassen sich mit der Zeit, in der er lebte.
Zahlreiche Buchneuerscheinungen versuchen, die Fragen im Zusammenhang
mit dem Leben und dem Anspruch dieses Menschen zu beantworten, der
von sich behauptete, Sohn Gottes zu sein: Allein über den Internet-Buchhändler
AMAZON sind 1.735 Bücher über Jesus in deutscher Sprache
zu beziehen.
Eine Fülle an Fakten, Kommentaren und Angeboten rund um die
Person Jesus Christus sind weltweit auf Tastendruck im Internet
zugänglich (allein in deutscher Sprache listet die Suchmaschine
Google etwa 370.000 Einträge auf): Die Palette reicht von wissenschaftlichen
Arbeiten über Serviceleistungen und seelsorgerischem Angebot
bis hin zu Kuriosem und Trivialem (Jesus als Bildschirmschoner zum
Beispiel). Eine Webseite beschäftigt sich mit der bildlichen
Darstellung von Jesus und stellt über 500 Bilder virtuell aus.
Jesus hat immer wieder Filmemacher und Medienschaffende zur Auseinandersetzung
mit seiner Person und seiner Botschaft gereizt. Das aktuellste Beispiel
- der Film "Die Passion Christi" des Hollywood-Schauspielers
und Regisseurs Mel Gibson - ruft sowohl Begeisterung als auch Entsetzen
hervor. Begeisterung beispielsweise darüber, dass sich so viele
Menschen mit dem Ereignis beschäftigen, das für Christen
zentrale Bedeutung hat, nämlich der Kreuzigung Jesu. Entsetzen
bewirken die schonungslose Brutalität und Grausamkeit des Filmes,
verbunden mit der Sorge, das Unvorstellbare (das Leiden des Sohnes
Gottes unter der Last der Schuld der ganzen Menschheit) werde hollywoodmäßig
als Unterhaltung vermarktet.
Die beste "Dokumentation" über das Leben und Wirken,
die Worte und die Taten des Jesus von Nazareth liefern nach wie
vor die Berichte der Menschen, die ihm zugeschaut und zugehört,
ihn begleitet und mit ihm gelebt haben. Nachzulesen sind sie in
der Bibel, und zwar in den Büchern, die Matthäus, Markus,
Lukas und Johannes geschrieben haben. Im Vergleich zu Filmen und
Romanen spürt man dieser "Biographie aus vier unterschiedlichen
Blickwinkeln" neben der persönlichen Betroffenheit der
Berichtenden auch eine wohltuende Sachlichkeit und Nüchternheit:
nichts wird verschwiegen, nichts wird ausgeschmückt.
Wer sich mit dieser "Dokumentation" unvoreingenommen befasst,
spürt in der Regel das, was die damaligen Nachfolger von Jesus
auch erlebten: den Wunsch und die Bereitschaft, das auszuprobieren,
was Jesus Christus gelehrt und gelebt hat. Und was Millionen von
Menschen seit der Zeitenwende und bis in unsere Zeit hinein verändert,
froh gemacht und zum Einsatz für Gott und ihre Mitmenschen
motiviert und befähigt hat.
André Liebig
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